Das Orderbuch ist komplett rot: $BTC steht auf 64.000, und ich schaue mir trotzdem erst einmal die Anzahl der Trades an.
3.029.159 Trades wurden gehandelt, aber der Spot ist insgesamt gerade mal 1,054 Milliarden US-Dollar—pro Trade also nicht groß. Es wirkt eher so, als würden viele an der Tür Schlange stehen und vorsichtig testen, ob sie kaufen, nicht so, als würde jemand mit voller Wucht die Tür einrennen.
Noch seltsamer: Auf dem Derivate-Markt sind wir schon bei 9,444 Milliarden US-Dollar—also das Neunfache vom Spot.
Ich bin in der Nacht aufgestanden, um Wasser zu holen, und hab nebenbei kurz auf den Chart geschaut. Hoch bei 64.392, tief bei 62.465. In 24 Stunden sind das fast 2.000 US-Dollar Bewegung, aber die Spanne ist nur 1,99% im Plus. Das fühlt sich ein bisschen so an, als würde ein Auto sehr schnell fahren, man hört den Motorhebel laut, aber die Strecke, mit der es wirklich nach vorn ballert, ist nicht so extrem wie man denkt.
Die Funding Rate liegt nur bei +0,0092%, auch nicht gerade heiß.
Die Open Interest liegen immer noch bei 102.386 BTC. Das zeigt, dass viele auf die Richtung wetten, aber die Stimmung der Longs ist noch nicht richtig angeheizt. Ganz ehrlich: Der Move um 64.000 wirkt eher wie ein Rückruf zurück vor den Bildschirm—nicht wie der Start einer neuen, wilden Kaufwelle.
Meine eigene Einschätzung ist daher eher abwartend.
Wenn ich jetzt hinterherjage, fühle ich mich unwohl. Diese Bewegung von 62.465 hoch auf 64.392 wie gestern Nacht ist am ehesten dafür bekannt, Leuten mit dickem Ego eine Falle zu stellen. Das ist mir früher schon passiert. Aber wenn ich jetzt direkt leerverkaufe, trau ich mich auch nicht. Denn wenn der Kurs wieder über 64.000 zurückkommt, heißt das, dass unten offenbar nicht schwach abgefischt wird—die Käufer lassen sich nicht so leicht verdrängen.
Ich will zwei Dinge abwarten.
Erstens, ob $BTC ein paar 4-Stunden-Kerzen über 64.000 bleiben kann—nicht dass es nur kurz hinläuft und sofort wieder abrutscht. Zweitens: Wenn die Funding Rate weiter nach oben geht, der Preis aber nicht fällt, dann glaub ich, dass hier wirklich jemand das Ding nach vorn drückt.
Wenn ich es selbst machen müsste: Lieber ein paar hundert US-Dollar weniger verdienen, als an der Tür hin und her geschleudert zu werden. Der Markt verändert sich, und was heute gilt, passt morgen vielleicht nicht mehr.
Wie wenn im Einkaufszentrum plötzlich eine Schlange entsteht: Du gehst näher ran, und wenn du hinschaust, gibt es beim Bezahlen nur wenige, während die Zuschauer zuerst den ganzen Platz füllen. $GUN macht mir heute genau dieses Gefühl – ich schaue eher skeptisch von der Seite.
Nur der Spot ist gerade erst bei 3,83 Mio. $ , während der Kontrakt auf 8,85 Mio. $ läuft – der Abstand von 2,3x zeigt bereits, dass etwas nicht ganz stimmt. Der Preis liegt bei 0,0045 $, innerhalb von 24 Stunden ging er von 0,00386 auf den Höchststand von 0,00467 – ein Anstieg von 16,839 %. Das ist nicht wenig Bewegung, aber der echte Spot in bar folgt nicht nach.
Ganz zu schweigen davon, dass die Funding-Rate immer noch bei -0,3103 % liegt. Der Preis steigt, und die Short-Seite hält immer noch hart dagegen. Von außen sieht es so aus, als gäbe es danach noch was – in der Praxis kann es aber auch einfach nur sein, dass man die Gegenseite immer weiter zusammenquetscht, bis die Stimmung kippt; dann dreht es schnell.
Die Positionsgröße hängt bei 445.734.702 $GUN – das ist auch kein Spielchen, bei dem kaum jemand zuschaut. Am leichtesten kommt man hier im Diskussionsbereich schnell in Rage, wenn man sieht, dass es auf Platz 5 in die Spot-Rangliste und Platz 9 in die Kontrakt-Rangliste eingestiegen ist, und sich dann sofort ausmalt, dass das die neue Hot-Reloading-Welle ist.
Ich gebe zu: Wenn die negative Funding-Rate weiter größer wird, der Preis aber immer noch steht und nicht fällt, kann es für die Shorts wirklich weiter unangenehm werden. Aber wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich lieber warten, bis der Spot mit den tatsächlichen Abschlüssen nachkommt – und erst dann darüber nachdenken, ob man überhaupt zuschlägt.
Würdest du $GUN in so einer Struktur hinterherjagen, oder erst warten, bis diese Luft erst mal abgelaufen ist?