Der alte Hund hat sich die Daten der SOXL-Perpetual-Futures angesehen: Bei 195,75 hat es in 24 Stunden einen Anstieg von 4,971% gegeben. Diese Volatilität ist für einen dreifach gehebelten Nasdaq-Halbleiter-ETF nicht ganz ungewöhnlich, aber das OI verharrt bei rund 350229 kaum und die Handelsmenge schoss trotzdem auf 138 Millionen – das zeigt, dass heute extrem viel Umsatz und in mehreren Wellen kurzfristiges Kapital hinein- und wieder herausgewechselt wurde. Die Funding-Rate liegt bei 0,00040787, also positiv: Die Longs zahlen den Shorts. An diesem Niveau jagen nicht wenige der Rally hinterher.

Ich beobachte den Halbleiter-Refresh ebenfalls. Wenn man es mit ein paar ähnlichen, gewichtsnahen Titeln aus derselben Branche vergleicht, sieht man: SOXL hat deutlich mehr Hebel, nach oben geht’s fast ohne Verzögerung, aber die Gebühr haftet auch stärker als bei anderen. Das Funding bei rund 0,04% ist zwar nicht extrem, aber im Vergleich zur letzten Woche, als die meiste Zeit unter 0,01% herumgependelt wurde, ist die Stimmung bei den Longs tatsächlich wieder besser geworden. Mein Trading-Gespür sagt: Positive Funding-Rate plus steigender Preis ist ein frühes Signal dafür, dass sich die Longs allmählich überfüllen – noch nicht die kritische Schwelle, wo es an die Spitze kippt. Aber in so einer Struktur kann ein plötzlicher Rücksetzer von 2% oder mehr im Intraday sehr leicht eine ganze Kette von Stopps auslösen und das OI nach unten „durchhauen“, bis sich eine Lücke auftut. Beim letzten ähnlichen Setup war es vor drei Wochen: Die Funding-Rate war gerade auf 0,045% geklettert, das OI lag ebenfalls um die 350.000 herum wie an einer Linie. Ergebnis: In nur zwei Tagen gab es einen Blitzrutsch von 8% – viele Longs mussten hilflos mit ansehen, wie ihre Trades zerfielen.

In der Szene sagen gerade viele, der Halbleiterzyklus sei noch auf halber Strecke, die KI-Story sei noch nicht vorbei, SOXL sei noch lange nicht am Top. Ich betrachte es aber anders: Diesmal hat SOXL den Anstieg geschafft, ohne das OI wirklich nach oben zu treiben – das deutet auf begrenzte neue Positionen hin; hauptsächlich wurde mit dem vorhandenen Kapital hin- und hergehandelt. Diese Abweichung von Menge und Preis ist bei einem dreifachen Hebelprodukt ziemlich gefährlich. Ein anderer Schwergewichtstitel ist heute nur um weniger als 2% gestiegen; SOXL läuft zwar stärker als viele andere, was impliziert, dass entweder noch Unterperformance nachgeholt werden muss oder erstmal eine Atempause nötig ist. Meine eigene Haltung ist sehr klar: Über 195 gehe ich nicht mit voller Gewichtung rein. Wenn es kurzfristig unter 188 fällt, räume ich die Long-Positionen direkt. Wenn es sich mit Volumen über 202 stabilisiert, ziehe ich in Erwägung, eine kleine Beobachtungs-Position nachzulegen, aber die Gesamtposition wird nie mehr als 20% der üblichen Halbleiter-Allokation ausmachen.

Der alte Hund hat früher auf SOXL einen großen Rückschlag erlebt: Im Februar dachte ich, der große Aufwärtsschub sei da – und dann hat mich ein tiefer Rücksetzer aus dem Zug geworfen. Später habe ich nur noch zugesehen, wie es V-förmig zurückkommt. Deshalb gilt für mich: Je „glatter“ der Anstieg jetzt verläuft, desto mehr halte ich meine Hand über der Stopptaste.

Trading-Tag: #BinanceFutures #TradFi #USDⓈM #SOXL #SOXLUSDT $SOXL