Mehr als sechzig führende Ökonomen aus Universitäten und Institutionen über ganz Europa hinweg geben Alarm. In einem offenen Brief an das Europäische Parlament warnen sie davor, dass die EU, wenn sie nicht einen digitalen Euro einführt, die Kontrolle über einen Schlüsselpfeiler ihrer Wirtschaft – das Geld selbst – verlieren könnte.

Fremdherrschaft und geopolitische Risiken

Die Unterzeichner des Briefes – darunter der renommierte französische Ökonom Thomas Piketty und Professor Dirk Bezemer von der Universität Groningen – betonen, dass das Zahlungssystem Europas bereits stark von einer Handvoll nicht-europäischer Unternehmen abhängt. In 13 Eurozone-Ländern dominieren internationale Kartennetzwerke, hauptsächlich amerikanische, den täglichen Einzelhandel.

Der Brief verdeutlicht, wie der Zugang zu Zahlungssystemen in Krisenzeiten schnell zu einem geopolitischen Instrument werden kann. Ohne einen starken digitalen Euro könnte Europas Abhängigkeit zunehmen, da sich private, US-gestützte Digitalwährungen auf dem Kontinent ausbreiten. Ökonomen argumentieren, dass die einzige wirksame Schutzmaßnahme ein stabiler, öffentlicher digitaler Euro ist, der von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgegeben wird.

Digitaler Euro: Voraussetzungen für den Erfolg

Die Ökonomen fordern eine digitale Währung, die:

🔹 Steht allen Bürgern zur Verfügung, auch solchen ohne Geschäftskonto.

🔹 Funktioniert sowohl online als auch offline

🔹 Datenschutz wird durch Design priorisiert

🔹 Kann von Händlern nicht abgelehnt werden

🔹 Verfügt über ausreichend hohe Haltegrenzen, um als echter Wertspeicher zu dienen.

Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, warnen die Ökonomen, wird das Projekt zu einer symbolischen Geste ohne wirkliche Wirkung verkommen.

Banken wehren sich – Lobbyarbeit intensiviert sich

Das Projekt des digitalen Euro stößt jedoch auf starken Widerstand seitens der Großbanken. Institute wie die Deutsche Bank, BNP Paribas und ING haben sich dagegen ausgesprochen und befürchten einen Abfluss günstiger und stabiler Kundeneinlagen. Auch der Bundesverband der Deutschen Banken kritisiert den EZB-Vorschlag als zu komplex und kostspielig und behauptet, er biete den Verbrauchern kaum Vorteile.

Hans Stegeman, Chefökonom der Triodos Bank und einer der Hauptunterzeichner, argumentiert, dass der Widerstand der Banken auf der Angst vor Einflussverlust beruhe. „Wir wollen ein Finanzsystem, das der Gesellschaft dient, nicht umgekehrt“, sagte er und betonte, dass eine öffentliche digitale Währung unerlässlich für eine gerechtere und souveränere Zahlungsinfrastruktur sei.

Europas letzte Chance?

In dem Schreiben werden das Europäische Parlament, die Kommission und der Rat dringend aufgefordert, entschlossen zu handeln und den digitalen Euro zum Rückgrat eines souveränen europäischen Zahlungssystems zu machen. Die Ökonomen warnen, dass Europa möglicherweise keine weitere Chance erhält, dies zu korrigieren.

Der Brief endet mit einer direkten Herausforderung an die EU-Politiker:

„Werden die Europäer im digitalen Zeitalter die Kontrolle über ihr Geld behalten – oder wird es jemand anderes für sie kontrollieren?“

Zu den namhaften Unterzeichnern gehören:

Dirk Bezemer, Peter Blom, Arnoud Boot, Kristof Bosmans, Wouter Botzen, Rutger Claassen, Jézabel Couppey-Soubeyran, Paul De Grauwe, Panicos Demetriades und Sandrine Dixson-Declève.


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