Die russische Wirtschaft tritt in eine Phase hoher Belastung ein — kein sofortiger Zusammenbruch, sondern ein langanhaltender Druck.
In den letzten zwei Jahren hat der Kreml es geschafft, das Wachstum zu stabilisieren, indem er auf einen Kriegszustand umschaltete. Auf dem Papier hielt sich das BIP. In Wirklichkeit steht das Modell unter starkem Stress.
Wichtige Druckpunkte:
Hohe Zinssätze: Die Zentralbank Russlands hat die Zinssätze auf ein hohes Niveau angehoben, um die Währung zu verteidigen, was das Ausleihen für Unternehmen und Haushalte teuer macht.
Arbeitskräftemangel: Mobilisierung und Emigration haben die Arbeitskräfte verknappen und Produktionsengpässe geschaffen.
Militärausgaben: Ein erheblicher Teil des Bundeshaushalts fließt in die Verteidigung, was zivile Investitionen einschränkt.
Inflationsrisiken: Hohe Ausgaben und Angebotsengpässe setzen die Preise weiterhin unter Druck.
Gleichzeitig gibt es Gegenkräfte:
Industrielle Substitution: Sanktionen haben die inländische Produktion und den Importersatz beschleunigt.
Niedrige Schuldenquote: Im Vergleich zu vielen westlichen Volkswirtschaften bleibt das Verhältnis von Schulden zu BIP in Russland relativ bescheiden.
Östliche Wende: Ausgeweitete Handels- und Infrastrukturnetzwerke in Richtung asiatischer Märkte könnten die langfristige wirtschaftliche Ausrichtung umgestalten.
Endausblick:
Russland steht nicht vor einem sofortigen wirtschaftlichen Zusammenbruch, aber es operiert unter strukturellem Druck. Das langfristige Ergebnis hängt stark davon ab, wie die Kriegsfähigkeit umgelenkt wird — ob hin zu nachhaltigem zivilem Wachstum oder fortgesetzter militärischer Priorisierung.
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