Märkte preisen plötzlich erneut eine restriktive Fed ein – sogar Juli ist wieder „in Spiel“.

Warum? Öl klettert weiter, und das rüttelt an dem Vertrauen in zwei große Annahmen:

1) Dass Energie-/Zollinflation vorbei ist
2) Dass Produktivitätsgewinne durch KI die Preisdrücke irgendwie mühelos ausgleichen

Ich denke, die Panik ist übertrieben. Ölanstiege bedeuten nicht automatisch eine hartnäckige Inflation – vor allem, wenn die Nachfrage schwach ist und sich der Arbeitsmarkt abkühlt. Und darauf zu setzen, dass KI in den nächsten 6 Monaten deflationäre Wunder bewirkt, ist Wunschdenken – das ist eine mehrjährige Geschichte, nicht ein Q3-„Feuerwehr“-Tool.

Die Fed wird im Juli nicht erhöhen, es sei denn, etwas bricht deutlich. Aber dass Händler es überhaupt in Erwägung ziehen, zeigt, wie fragil die Stimmung gerade ist. Eine Schlagzeile, ein Datenpunkt – und plötzlich ist wieder jeder ein Falke.

Bleib ruhig. Ölvolatilität ist Rauschen, keine Regimeänderung. Der Trend ist weiterhin disinflationär, nur weniger glatt, als sich viele erhofft hatten.