$SKHYNIX $KORU $DRAM Wechselkurs steigt, Aktienkurs fällt – ist das alles darauf zurückzuführen, dass Hynix an der US-Börse gelistet werden soll?

Wechselkurs, Hynix-Listing und der starke Kursrutsch – diese drei Dinge sind eigentlich ein und dasselbe Ereignis in drei Facetten, die sich gegenseitig bedingen.

1. Warum steigt der Wechselkurs (der Koreanische Won wird aufgewertet)?

Hynix will in den USA über ADR-Finanzierungen 28 Milliarden US-Dollar einsammeln. Dieses USD-Funding wird letztlich wieder in Won umgerechnet und in Korea für den Inlandsbedarf verwendet. Anstatt zu warten, bis die US-Dollar ankommen und sie dann umzutauschen, wird – weil der Wechselkurs bei einem hohen Niveau von 1540 Won pro US-Dollar liegt – vorher über Termingeschäfte der Preis abgesichert. Plötzlich gibt es am Markt einen Dollar-Verkäufer in der Größenordnung von 28 Milliarden US-Dollar. Wenn das Dollarangebot die Nachfrage übersteigt, wertet sich der Won zwangsläufig auf.

2. Warum fällt der Aktienkurs?

Erster Stich: Das Branchenfundament lockert sich. Am 1. Juli kündigte Meta an, zusätzliche KI-Rechenleistung zu vermieten. Der Markt beginnt plötzlich zu befürchten: Ist es möglich, dass KI-Rechenleistung künftig überflüssig wird? Wird die Nachfrage nach HBM nachlassen? Der Philadelphia-Halbleiterindex fiel innerhalb von zwei Tagen um mehr als 10 %.

Zweiter Stich: Der „Konjunktur-Fluch“ – je besser die Ergebnisse, desto härter der Rückschlag. Am 7. Juli lieferte Samsung einen „explosiven“ Bericht: Betriebsgewinn 89,4 Billionen Won, im Jahresvergleich um 18-mal höher. Doch Speicher ist eine stark zyklische Branche – der Aktienkurs erreicht seinen Höhepunkt immer schon, bevor die Ergebnisse ihren Höhepunkt erreichen. In der ersten Jahreshälfte hat Hynix bereits um fast das 13-Fache zugelegt; die positiven Ergebnis-Erwartungen waren längst vorweggenommen.

Dritter Stich: Hebel-„Tritt“-Effekt. Am Markt gibt es einen Hynix-ETF mit dem 2-fachen Hebel im Volumen von 13 Milliarden US-Dollar. Wenn der Kurs fällt, müssen Anleger, um das Hebelverhältnis zu halten, zwangsweise verkaufen – je mehr sie verkaufen, desto stärker fällt der Kurs; je stärker der Kurs fällt, desto mehr muss verkauft werden. Hynix fiel in neun Handelstagen von knapp 3 Millionen Won auf 2,1 Millionen Won. Damit verdampften über 260 Milliarden US-Dollar.

3. Wechselkurs und Aktienkurs – die Kopplung

Eine Aufwertung des Wechselkurses ist für exportorientierte koreanische Chip-Aktien an sich schon ein Negativfaktor – Produkte werden teurer. Und als UBS die Arbitrage-Strategie empfahl: „Hynix-ADR kaufen und koreanische Aktien verkaufen“, verschärfte das zusätzlich den Verkaufsdruck auf die koreanischen Stammaktien. Ausländische Investoren haben in diesem Jahr bereits über 102,3 Milliarden US-Dollar netto an koreanischen Aktien verkauft. Wenn man koreanische Aktien verkauft, USD tauscht und ADR kauft, verstärkt dieser Kreislauf weiter den Druck auf den Won – es entsteht eine negative Rückkopplung: „Aktienkurs fällt → Auslands-Gelder laufen davon → Wechselkurs fällt weiter → Aktienkurs fällt weiter“.

Der Wechselkurs steigt, weil Hynix den Währungsumtausch braucht. Der Aktienkurs fällt, weil sich die Branchen-Erwartungen lockern + der Zyklus seinen Höhepunkt erreicht + der Hebel-„Tritt“-Effekt wirkt. Drei Dinge – und sie bedingen sich gegenseitig.
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