Unruhig im Herzen, unruhig in den Händen
Das erste Mal, als ich dachte, ich wäre erledigt, war nicht beim Liquidieren. Liquidierung tut weh, aber ich weiß, wie das wehtut. Es war der Moment, als ich plötzlich realisierte, dass ich den Markt zurückschlagen wollte.
Mein Long wurde ausgeknockt, und ich bin sofort in den Short gegangen. Der Short wurde dann auch erledigt, also bin ich wieder Long gegangen. Jede Position wurde schneller und schwerer. Meine Augen waren rot vor Wut.
Ich weiß nicht, wie viele Positionen ich geschmissen habe, als plötzlich eine Stimme in meinem Kopf auftauchte: Was zur Hölle mache ich hier? Ich konnte keine Antwort geben.
In diesem Moment wurde mir klar, dass ich nicht mehr am Traden war. Ich kämpfte gegen meine eigenen Emotionen.
In dieser Phase war der Markt seitwärts, ging nicht hoch und nicht runter, wie gelähmt.
Meine ganzen Strategien wurden eine nach der anderen obsolet. Ein normaler Mensch hätte längst aufgehört. Ich nicht.
Je mehr ich verlor, desto mehr machte ich weiter, je mehr ich machte, desto mehr verlor ich. Nach jedem Schnitt, kam der nächste Schnitt noch schneller.
Es war nicht so, dass ich eine Gelegenheit sah. Es war eine Stimme in meinem Inneren, die sagte: Hol dir den Stolz zurück, den du gerade verloren hast.
Das nennt man emotionales Trading.
Ein anderer Begriff dafür ist "Verlustaversion". Man sagt, der Schmerz, einen Euro zu verlieren, erfordert mindestens zwei Euro Gewinn, um es auszugleichen.
Deshalb mache ich einen besonders **en Schritt: Ich setze mehr, um die vorherige Runde zurückzuholen.
Livermore sagte in seinen späten Jahren: "Mein größter Feind ist nicht der Markt, sondern ich selbst."
#EHT