Blocktrade

Anfänger
Aktualisiert Sep 18, 2026

Was ist ein Blocktrade?

Ein Blocktrade ist eine große Kauf- oder Verkaufsorder, die nicht über das öffentliche Orderbuch einer Börse, sondern direkt zwischen Käufer und Verkäufer zustande kommt und abgewickelt wird. Da die Order während der Ausführung nicht am offenen Markt sichtbar wird, können große Käufer oder Verkäufer mit einem Blocktrade vermeiden, dass sich der Preis zu ihren Ungunsten verändert.

Im Kryptobereich nutzen vor allem institutionelle Anleger, Fonds und Trader mit hohem Handelsvolumen Blocktrades, wenn sie große Mengen auf einmal handeln möchten. Abgewickelt werden sie meist über einen Over-the-Counter (OTC)-Desk, einen Broker oder eine Request-for-Quote (RFQ)-Plattform. Einige Kryptobörsen bieten zudem eigene Blocktrade-Funktionen an, bei denen der Trade zwar außerhalb des öffentlichen Orderbuchs bleibt, aber dennoch über die Börse ausgeführt und abgewickelt wird.

Vorteile von Blocktrades

Der wichtigste Grund für einen Blocktrade ist, die Auswirkungen auf den Marktpreis und Slippage zu verringern. Eine sehr große Market-Order an einer öffentlichen Kryptobörse würde womöglich mehrere Preisniveaus auf einmal aufzehren und den Kurs nach oben oder unten bewegen, bevor sie vollständig ausgeführt ist. Ein Blocktrade wird dagegen zu einem einzigen vereinbarten Preis ausgeführt, was die Kosten besser kalkulierbar macht.

Zudem bleibt die Transaktion diskret. Wer eine große Order öffentlich platziert, gibt dem übrigen Markt womöglich seine Absichten preis. Eine private Vereinbarung kann dies verhindern.

So läuft ein Blocktrade ab

Der Ablauf umfasst in der Regel einige feste Schritte. Zunächst bestimmt der Trader das Asset, die Handelsrichtung, die Größe und die Abwicklungsbedingungen und fordert dann Angebote von einem oder mehreren Liquiditätsanbietern oder OTC-Desks an. Jeder Desk nennt ein Angebot, das verbindlich oder unverbindlich sein kann und sich oft am aktuellen Marktpreis orientiert, ergänzt um einen kleinen Auf- oder Abschlag für den erwarteten Markteinfluss der Order. Akzeptiert der Trader das Angebot, wird der Trade privat ausgeführt und anschließend bestätigt und abgewickelt. Die Abwicklung findet je nach Handelsplatz im Spot-Markt statt oder erfolgt über Derivate.

Unterschied zwischen Blocktrades und OTC-Trades

Die beiden Begriffe hängen zusammen, sind aber nicht deckungsgleich. Ein OTC-Trade ist jede Transaktion, die außerhalb des öffentlichen Orderbuchs vereinbart wird. Einen Blocktrade kennzeichnen dagegen vor allem sein großes Handelsvolumen und sein formalerer Ausführungsprozess. Häufig wird er außerbörslich arrangiert, einige Kryptobörsen bieten aber auch eigene Blocktrade-Funktionen an. Ein Blocktrade ist also meist besonders umfangreich und stärker strukturiert, während längst nicht jeder OTC-Trade groß genug ist, um als Blocktrade zu gelten.