Der Scheidungsfall zwischen SK Hynix’ „Machtgeber“ Choi Tae-won und der Tochter des früheren südkoreanischen Präsidenten Roh Tae-woo, Lu Soo-young, findet heute (am 24.) sein großes Finale.
Der Rechtsstreit, der sich über fast zehn Jahre hinzog und ganz Südkorea in Aufruhr versetzte, rankt sich um Untreue während der Ehe und den Streit um einen immensen Vermögensumfang – wie eine reale Version einer südkoreanischen Fernsehserie, der von den Medien als „Scheidung des Jahrhunderts“ bezeichnet wurde.
Mit dem explosionsartigen Anstieg der SK-Hynix-Aktie im Laufe des Jahres um das Doppelte rückt auch die Frage in den Fokus vieler „Klatsch- und Tratschsüchtiger“, wie das Vermögen zwischen den beiden aufgeteilt werden soll.
Das Oberste Gerichtshof von Seoul wird heute die Aufteilung des Vermögens dieser ehemaligen Ehepartner erneut bewerten und entscheiden, wie das Vermögen von Choi Tae-won – auf dem Papier mit einem Höchstwert von rund 5 Milliarden US-Dollar – aufgeteilt werden soll.
Choi Tae-won wird dank des KI-Booms zum Millionär
Während dieses große Schauspiel kurz vor dem Ende steht, genießt der inzwischen 65-jährige Choi Tae-won in den letzten Jahren weiterhin die riesigen Vorteile des KI-Hypes und bewegt sich geradewegs auf einen Höhepunkt im Leben zu.
Seit Anfang 2025 ist der Aktienkurs von SK Hynix um etwa das Zehnfache gestiegen, was dazu führte, dass sich Chois Nettovermögen verdoppelte.
Ende Mai dieses Jahres durchbrach die Marktkapitalisierung von SK Hynix erstmals die Schwelle von einer Billion US-Dollar; das Unternehmen kündigte zudem jüngst an, in Südkorea zusätzliche Chip-Produktionskapazitäten in Höhe von über 250 Milliarden US-Dollar zu investieren. Diese Maßnahme fand beim südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung hohe Anerkennung – ja sogar die Würdigung, Choi Tae-won und seine Konkurrenz im eigenen Land, die Samsung-Manager, als „Helden für den Staat und das Volk“ zu bezeichnen.
Im vergangenen Monat, an der Spitze der globalen KI-Investitionswelle, stieß Choi Tae-won in Seoul in einem Restaurant für koreanisches Streetfood mit dem CEO von NVIDIA, Huang Renxun, bei Whisky gemeinsam an – ein Ausdruck der Schlagkraft zweier Geschäftsgrößen, die ganz oben in ihrer Branche stehen. Choi Tae-won soll sogar großzügig angeboten haben, für alle Kunden die Rechnung zu übernehmen; im voll besetzten Restaurant brandeten daraufhin immer wieder Rufe wie „SK! SK!“ auf.
Das unbeschwerte Feiern wirkt „nur allzu passend“ und lässt das Scheidungsdrama noch spannender erscheinen.
Analysten zufolge gibt es in diesem Fall derzeit zwei große Hauptfragen: Erstens, ob die von Choi Tae-won gehaltenen SK-Aktien als gemeinsames Vermögen von Ehepartnern gelten, und zweitens, zu welchem Zeitpunkt die Vermögenswerte bewertet und bilanziert werden sollen.
Wie viel kann die Ehefrau am Ende bekommen?
Die von Lu Soo-young zuvor gestellten ersten Vergleichsanforderungen lauten: Sie soll die Hälfte des Vermögens von Choi Tae-won erhalten. Diese Vermögenswerte werden hauptsächlich in Form von Aktien der Holdinggesellschaft der SK-Gruppe gehalten – deren Marktkapitalisierung in letzter Zeit stark in die Höhe geschnellt ist.