Als ich noch klein war, gab es unten bei uns einen kleinen Laden. Der Ladenbesitzer hat selbst ein ganzes Bündel Einkaufsgutscheine gedruckt, sie an Nachbarn verkauft und gesagt, man könne jederzeit damit etwas eintauschen. Später ging das Geld im Laden nicht mehr durch, die Tür wurde geschlossen, und diese Gutscheine wurden zu Makulatur. Seitdem weiß ich eine Sache: Ob die „Zusagen“, die jemand in den Händen hält, etwas wert sind, hängt davon ab, ob derjenige, der die Zusage gemacht hat, sie auch einlösen kann.
Das hat mich dazu gebracht, das Whitepaper des @BabylonLabs_io . Mal, Abschnitt 6, immer wieder hin und her durchzulesen. Sie wollen BTC als Sicherheiten einsetzen, um einen Stablecoin zu bauen, namens USDB. Für sich genommen klingt das nicht besonders neu: Bei besicherten Stablecoins gibt es auf dem Markt schon viele. Aber in dem Konzept steckt ein Design, das erst beim genaueren Hinsehen richtig spannend wird.
Nehmen wir herkömmliche besicherte Stablecoins: Am Beispiel DAI – du legst ETH ein, und das System prägt dir den Stablecoin aus. Dabei musst du durchgehend blind darauf vertrauen, dass der Smart Contract kein Bug hat und keine Angriffe abbekommt. Bei Babylon ist es genau umgekehrt: Deine Bitcoins verlassen die Bitcoin-Blockchain nie. Sie werden ganz sicher in einem selbstverwalteten Tresor eingesperrt. Auf Ethereum wird diese Zahlung nur aus der Ferne „gesehen“, und erst dann bekommst du USDB geprägt. Wenn du zurücktauschen willst, „verbrennst“ du USDB auf Ethereum, und erzeugst dabei einen Zero-Knowledge-Beweis, der auf die Bitcoin-Chain geworfen wird – und der Tresor geht auf. Hast du das bemerkt? In der Mitte ist kein Schritt nötig, bei dem man jemanden anbetteln muss, um etwas abzusegnen. #baby
Hier steckt ein ziemlich feines Paradox: Die „Stabilität“ eines Stablecoins stützt sich im Alltag meist auf zentralisierte Institutionen, die mit echtem Geld absichern. USDBs „Stabilität“ kommt dagegen daher, dass du niemandem vertrauen musst. Die Prägebefugnis ist in Code fest verdrahtet, nicht in der Hand irgendeines CEO. Und wenn man noch tiefer schaut: In Abschnitt 10 des Whitepapers wird die Rolle von $BABY klar – tauchen in diesem Stablecoin-System Protokollgebühren auf, werden sie automatisch versteigert, in BABY umgewandelt und dann wird es einfach in einem Feuer vollständig verbrannt. Kurz gesagt: Je stärker man den Stablecoin nutzt, desto härter wird BABY aus dem System abgezogen.
Natürlich liegt die Schwachstelle besicherter Stablecoins immer in den Kaskaden-Clearings bei extremen Marktbewegungen. Das Whitepaper nennt Mechanismen für Liquidatoren und Preis-Orakel; das klingt umfassend – aber wenn dann ein Black-Swan-Ereignis kommt, reicht diese Vorbereitung aus oder nicht, wagt niemand, dir eine Garantie zu geben. So schön der Fahrplan auch gezeichnet ist: Nimm das Whitepaper nicht als Versicherung. Das Handwerkszeug musst du selbst machen. DYOR.
Das hat mich dazu gebracht, das Whitepaper des @BabylonLabs_io . Mal, Abschnitt 6, immer wieder hin und her durchzulesen. Sie wollen BTC als Sicherheiten einsetzen, um einen Stablecoin zu bauen, namens USDB. Für sich genommen klingt das nicht besonders neu: Bei besicherten Stablecoins gibt es auf dem Markt schon viele. Aber in dem Konzept steckt ein Design, das erst beim genaueren Hinsehen richtig spannend wird.
Nehmen wir herkömmliche besicherte Stablecoins: Am Beispiel DAI – du legst ETH ein, und das System prägt dir den Stablecoin aus. Dabei musst du durchgehend blind darauf vertrauen, dass der Smart Contract kein Bug hat und keine Angriffe abbekommt. Bei Babylon ist es genau umgekehrt: Deine Bitcoins verlassen die Bitcoin-Blockchain nie. Sie werden ganz sicher in einem selbstverwalteten Tresor eingesperrt. Auf Ethereum wird diese Zahlung nur aus der Ferne „gesehen“, und erst dann bekommst du USDB geprägt. Wenn du zurücktauschen willst, „verbrennst“ du USDB auf Ethereum, und erzeugst dabei einen Zero-Knowledge-Beweis, der auf die Bitcoin-Chain geworfen wird – und der Tresor geht auf. Hast du das bemerkt? In der Mitte ist kein Schritt nötig, bei dem man jemanden anbetteln muss, um etwas abzusegnen. #baby
Hier steckt ein ziemlich feines Paradox: Die „Stabilität“ eines Stablecoins stützt sich im Alltag meist auf zentralisierte Institutionen, die mit echtem Geld absichern. USDBs „Stabilität“ kommt dagegen daher, dass du niemandem vertrauen musst. Die Prägebefugnis ist in Code fest verdrahtet, nicht in der Hand irgendeines CEO. Und wenn man noch tiefer schaut: In Abschnitt 10 des Whitepapers wird die Rolle von $BABY klar – tauchen in diesem Stablecoin-System Protokollgebühren auf, werden sie automatisch versteigert, in BABY umgewandelt und dann wird es einfach in einem Feuer vollständig verbrannt. Kurz gesagt: Je stärker man den Stablecoin nutzt, desto härter wird BABY aus dem System abgezogen.
Natürlich liegt die Schwachstelle besicherter Stablecoins immer in den Kaskaden-Clearings bei extremen Marktbewegungen. Das Whitepaper nennt Mechanismen für Liquidatoren und Preis-Orakel; das klingt umfassend – aber wenn dann ein Black-Swan-Ereignis kommt, reicht diese Vorbereitung aus oder nicht, wagt niemand, dir eine Garantie zu geben. So schön der Fahrplan auch gezeichnet ist: Nimm das Whitepaper nicht als Versicherung. Das Handwerkszeug musst du selbst machen. DYOR.