Zum ersten Mal werden beide großen Marktregulierungsbehörden vollständig von Personen geführt, die Kryptowährungen unterstützen. Derzeit gibt es innerhalb dieser Behörden keine aktive Opposition. Dies hat eine seltene Situation geschaffen, in der eine politische Seite die Zukunft der Kryptoregeln kontrolliert.
Die Securities and Exchange Commission hat kürzlich ihren letzten demokratischen Mitglied verloren. Caroline Crenshaw verließ die Behörde letzte Woche. Sie war dafür bekannt, Bedenken hinsichtlich der Risiken von Kryptowährungen zu äußern. Sie warnte häufig vor Schäden an kleinen Anlegern. Sie lehnte auch die Zulassung von Bitcoin-Investitionsprodukten ab. Mit ihrem Ausscheiden gibt es nun keine interne Stimme mehr, die gegen kryptofreundliche Politiken vorgeht.
Die SEC wird derzeit von Kommissar Paul Atkins geleitet. Er wird von zwei Kommissaren unterstützt, die die Kryptowachstumsförderung offen befürworten. Gemeinsam bewegen sie sich schnell, um die Herangehensweise der Behörde zu verändern. Die SEC hat viele Durchsetzungsmaßnahmen aufgegeben. Außerdem hat sie Leitlinien veröffentlicht, um Mining, Staking, Depotdienstleistungen und neue digitale Vermögenswerte zu unterstützen.
Bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ist die Situation ähnlich. Ein neuer Vorsitzender wurde Ende letztes Jahres bestätigt. Kurz danach verließ der Interimsvorsitzende die Behörde. Dadurch verfügt die CFTC derzeit nur über einen aktiven Kommissar. Das bedeutet, dass alle wichtigen Entscheidungen nun ohne Diskussion innerhalb der Behörde getroffen werden.
Diese Einrichtung könnte helfen, die Kryptopolitik schneller voranzutreiben. Allerdings hat sie Besorgnis bei den Gesetzgebern im Senat ausgelöst. Die Demokraten, die an Gesprächen über ein neues Kryptogesetz beteiligt sind, sehen darin ein Problem. Sie glauben, dass beide Behörden Stimmen aus beiden Parteien einbeziehen sollten. Sie argumentieren, dass Regeln, die von einer Seite allein verfasst werden, einseitig sein könnten.
Ein zentrales Streitthema im Kryptomarktstrukturgesetz betrifft die Besetzung der freien Posten bei der SEC und der CFTC. Die Demokraten möchten, dass Mitglieder ihrer Partei ernannt werden, bevor das Gesetz weiterverfolgt wird. Die Republikaner haben diese Forderung bisher nicht eindeutig akzeptiert. Auch die Weiße Haus hat keine klare Antwort gegeben.
Als man den Präsidenten nach der Ernennung von Demokraten fragte, bezweifelte er, ob die andere Partei dasselbe tun würde. In der Vergangenheit teilten Führungskräfte aus beiden Parteien gewöhnlich die Macht bei Aufsichtsbehörden. Dies geschah oft durch Vereinbarungen, bei denen mehrere Mitglieder gleichzeitig bestätigt wurden. Vorläufig ist diese Tradition unsicher.
Die Leiter der Behörden haben offene Konflikte mit der Weißen Haus vermieden. Der neue CFTC-Vorsitzende erklärte, er unterstütze die Einbeziehung beider Parteien, könne aber die Ernennungen nicht kontrollieren. Der SEC-Vorsitzende lobte die ausscheidende Kommissarin für ihre Dienste und ihren Fokus auf den Schutz der Anleger.
Trotz der politischen Debatte gehen beide Behörden voran. Sie erarbeiten Richtlinien und treffen Entscheidungen, selbst ohne neue Gesetze aus dem Kongress. Sie haben deutlich gemacht, dass sie handeln werden, unabhängig davon, ob die Gesetzgeber den Kryptogesetzentwurf abschließen.
Falls der Kongress das Gesetz verabschiedet, fällt die Aufgabe der Erstellung detaillierter Vorschriften den derzeitigen Leitern zu. Derzeit würden ausschließlich republikanische Kommissare diese Vorschriften gestalten. Das macht die Ergebnisse der Gespräche im Senat für die Zukunft der Kryptowirtschaft in den Vereinigten Staaten noch wichtiger.

