Blättere in den Handelsnotizen von vor drei Monaten – das Gesicht tut ein wenig weh.

Damals hatte ich in die richtige Richtung geschaut, das meiste stimmte.
Aber danach stand da alles nur noch: nachkaufen, reduzieren, Stop-Loss setzen, den Stop-Loss wieder ändern.
Zwei Monate lang hin und her, alles hin und her – das Kapital war zwar noch da, aber der Gewinn war weg.

Heute ist diese $OPN ein ziemlich typisches Beispiel.
0.060800, in 24 Stunden 5 Punkte gefallen, Handelsvolumen 0,90 Mrd. USDT.
Wenn man nur die Daten betrachtet, wirkt es irgendwie panisch.

Aber ich schaue gerade darauf, und in meinem Kopf ist:
„Wenn ich von vor drei Monaten heute da wäre – wie würde ich handeln?“
Wahrscheinlich wäre es so: erst sehen, dass es fällt, und die Hälfte rausnehmen. Wenn es weiter fällt, ganz raus. Danach wieder nach oben ziehen lassen, und dann zurückholen.

Da herumzuwurschteln hat am Ende nichts eingebracht – und Gebühren habe ich auch eine Menge bezahlt.

Später habe ich im Buch „Trading Psychology“ einen Satz gelesen: „Dem Markt mangelt es nicht an Gelegenheiten, es mangelt dir an der Geduld, auf die Gelegenheit zu warten.“
Jetzt, wenn ich in die Notizen zurückblättere, wird mir klar: Der Großteil der Verluste lag nicht daran, dass ich es falsch eingeschätzt habe, sondern daran, dass ich zu oft zu viel gemacht habe.

Diese Kurslage heute wirkt – egal ob von oben, von unten oder von der Seite betrachtet – wie eine Erinnerung an mich:
Weniger auf das Intraday-Chart schauen, weniger den Stop-Loss- Bereich anfassen, weniger den Handelsplan ändern.

Erst mal notieren.