In der Abrechnung um zwei Uhr nachts ist der Markt ehrlicher als tagsüber.

BTC wackelt noch bei 65.436, das Handelsvolumen von 1,2 Milliarden ist zu einem Mini-Volumen geschrumpft. Zu dieser Zeit schauen nicht mehr viele hin.

Die Liquidität ist dünn wie eine Lage Papier, Kauf- und Verkaufsorders sind spärlich. Eine beliebige große Order kann die Kursanzeige schon mit einer Nadel herausziehen – nach oben oder nach unten, ohne dass man dafür einen Grund braucht.

RSI ist auf 72,3 gerutscht, die Überkauft-Zone hängt daran. MACD ist weiterhin bullish angeordnet: DIF liegt noch 373 Punkte über der Nulllinie, die Abweichungsrate ist eher groß. Die Bollinger-Bänder haben sich auf 3,8 % verengt, der Preis läuft am oberen Band entlang, aber ohne Volumen.

Das technische Muster ist tendenziell bullisch, das Gewicht liegt bei 3:1 für Long. Aber der Anstieg erfolgt mit schwindendem Volumen – wie ein leerer Rahmen. Wenn es wirklich zum Richtungswechsel kommt, dann entweder mit Volumen nach oben ziehen, um es zu bestätigen – entscheidend ist, ob R1 bei 65.600 gehalten werden kann; erst darüber ist Spielraum. Oder nur ein Schein-Schuss: eine Nadel nach unten, um MA20 bei 64.890 anzukratzen und dann wieder abzufedern.

Als Unterstützung gilt S2 bei 61.882, das ist die dichte Zone des vorherigen Rücksetzers. Als Widerstand: 65.600; das 24h-Hoch liegt hier darunter und drückt, ohne dass man es mit Volumen anfassen kann.

Wenn es mitten in der Nacht mit einer Nadel nach unten sticht, ist der Bereich von 60.800 bis 61.200 eine vernünftige Zone zum Nachkaufen. Ich würde selbst eine kleine Position draufhängen, Stop-Loss unter 60.600 – wenn es bricht, heißt das, die Richtung hat sich gedreht. Take-Profit zuerst bei 64.900: Wenn es dort steht, nehme ich noch etwas mit und schaue dann auf 65.400.

Wenn es mit schrumpfendem Volumen langsam über 65.600 „schleift“, werde ich nicht hinterherjagen. Ich warte auf einen Rücksetzer nahe MA5 bei 65.311 und überlege dann erneut einzusteigen, Stop-Loss bei 64.850. Wenn es schiefgeht: Such nicht mich, mach’s selbst.

Dieser Markt sieht wirklich ermüdend aus.