Habe gerade kurz in die Gruppe geschaut und wieder hat jemand „Diese Runde ist anders“ gerufen.

Das habe ich seit vier Jahren gehört. Bei jedem Wechsel zwischen Bullen- und Bärenmarkt wird irgendjemandem ein neues Drehbuch dafür einfallen. Aber öffnest du die Abrechnungs-/Lieferprotokolle, sieht man: Bei denjenigen, die Geld verlieren, bleibt die Handlungslinie stets dieselbe.

Heute hat <0-9]{11}$ETH </0-9]{11} bei 1877 gegriffen, innerhalb von 24 Stunden ist es um fast 5 Punkte gestiegen, das Handelsvolumen liegt bei 747 Millionen. Sehr lebhaft im Orderbuch, oder?

Aber schau genauer hin: Das Volumen ist nicht mitgegangen. Erst läuft die Stimmung los, und das Kapital kommt später keuchend hinterher.

Mit den „anders“ genannten Aufkäufen von letztem Jahr oder vorgestern gibt es kaum Unterschiede. Anderer Zeitpunkt, anderer Preis, anderer Geschichtenerzähler. Am Ende stehen wieder dieselben Leute an der Reihe – hinterherjagen, nicht durchhalten, und dann rausgeschnitten werden.

Keine Sorge. Ich habe nicht gesagt, dass es fallen muss.

Ich meine: – Dieses Drehbuch habe ich schon viel zu oft gesehen. Das Problem ist nie die Richtung, sondern dass du jedes Mal glaubst, dieses Mal kannst du davonlaufen.

In „Reminiscences of a Stock Operator“ hat Livermore einen Satz gesagt, den ich bis heute im Kopf habe: „Es gibt in Wall Street nichts Neues, weil es keine frische Menschennatur gibt.“

Der heutige Markt sieht aus wie ein altes Buch, das man wieder aufschlägt. Das Papier ist neu, aber die Wörter sind alt.

Merk es dir zuerst.