
Der Ökonom von JPMorgan, Fatih Akçelik, erklärte, dass der Inflationsdruck in der Türkei weiterhin hoch bleibt und einen vorsichtigen Ansatz für die Senkung der Zinssätze in der zweiten Jahreshälfte erfordert, wie aus dem Bericht zu den makroökonomischen Aussichten des Landes hervorgeht.
Die Bank geht davon aus, dass die Inflation bis Ende 2026 29 % erreichen wird. Akçelik betonte, dass der anhaltende Inflationsdruck die Notwendigkeit einer schrittweisen Senkung der Zinssätze sowie die Beibehaltung hoher realer Zinssätze bestätigt.
Das Basiskonto der Leistungsbilanz der Türkei kam nahe an die Niveaus heran, die in den Zeiträumen früherer Währungsstressphasen zu beobachten waren. JPMorgan erwartet, dass ein Rückgang der Ölpreise und eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte eine weitere Verschlechterung der Leistungsbilanz verhindern werden.
Die Lücke zwischen dem Mindestlohn und dem Existenzminimum wird Prognosen zufolge bis Ende 2026 35% erreichen. JPMorgan wertet die Höhe der Erhöhung des Mindestlohns im Dezember als Signal für den Zeitplan der Wahlen und für die vor ihnen umgesetzte Politik.
Die Bank charakterisierte die Haushaltspolitik der Türkei als neutral im Vergleich zu der restriktiven Haltung, die im Jahr 2025 verfolgt worden sei.
Vorauseilende Indikatoren deuten auf ein schwaches Wachstum im zweiten Quartal hin; JPMorgan stellte jedoch fest, dass ein schwaches Wirtschaftswachstum nur einen geringfügigen Beitrag zum Rückgang der Inflation leiste. Die Bank nannte Wechselkurse, Änderungen des Mindestlohns, Preise für Nahrungsmittel und Energieträger als Schlüsselfaktoren, die die Inflationsaussichten in der zweiten Jahreshälfte bestimmen werden.