China hat den größten Ölraffinerien angewiesen, ein hohes Produktionsniveau von Kraftstoff aufrechtzuerhalten, angesichts der wieder aufgenommenen Kampfhandlungen zwischen dem Iran und den USA, die eine Bedrohung für Unterbrechungen bei der Ölversorgung durch den Persischen Golf darstellen. Das berichtet Bloomberg News am Samstag.

Diese Maßnahmen spiegeln den Wunsch Pekings wider, seine inländischen Kraftstoffreserven in einer Situation zunehmender geopolitischer Spannungen rund um eine der wichtigsten Öltransport-Routen der Welt abzusichern.

Bloomberg zufolge, unter Berufung auf informierte Quellen, haben mindestens zwei große Raffinerien den Auftrag erhalten, die Verarbeitungsmengen entweder beizubehalten oder sogar zu erhöhen – trotz des hohen Bestands an Benzin und Dieselkraftstoff sowie der strukturellen Verlangsamung der Inlandsnachfrage nach Kraftstoff.

Zunächst hatte China den Export von Benzin, Dieselkraftstoff und Flugbenzin nach Beginn des Konflikts mit dem Iran begrenzt, um einen ausreichenden internen Vorrat zu gewährleisten. Später wurden diese Beschränkungen gelockert: Anfang dieses Monats stellten die Behörden zusätzliche Exportkontingente bereit. Die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen in Kombination mit der Entscheidung Washingtons, die Erlaubnis zum Verkauf iranischen Öls zurückzuziehen, hat jedoch erneut Befürchtungen hinsichtlich möglicher Unterbrechungen bei der Ölimporte und der Verfügbarkeit von Kraftstoff ausgelöst.

Laut Bloomberg wird Peking die Exportkontingente für Juli nicht überarbeiten, was darauf hindeutet, dass die Behörden beabsichtigen, einen ausreichenden internen Kraftstoffvorrat sicherzustellen – ohne weitere Änderungen der Exportpolitik vorzunehmen.

Diese Lösung könnte weitreichendere Folgen für die regionalen Kraftstoffmärkte haben. Eine höhere Auslastung der Raffinerien dürfte den ohnehin schon schwachen Gewinnmargen der Ölverarbeitung in Asien zusätzlichen Druck verleihen: Die Spanne zwischen den regionalen Benzin- und den Dubai-Ölpreisen ist laut einer Mitteilung auf den niedrigsten Stand seit Ende März gefallen.

China, der größte Ölimporteur der Welt, verfolgt die Energie­sicherheit seit den verschärften Kampfhandlungen rund um die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs fließt, genau. Die neuesten Maßnahmen zeigen, dass Peking sich auf eine mögliche längere Phase erhöhter geopolitischer Risiken vorbereitet – selbst dann, wenn die Inlandsnachfrage nach Kraftstoff verhalten bleibt.

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