Stablecoins fließen weiterhin von Binance ab, was auf einen strukturellen Abfluss von Kaufkraft hindeutet. Laut der Analyse von CryptoQuant CryptoOnchain haben sich die USDC-Reserven an der Börse innerhalb von 30 Tagen um etwa 21,6% verringert, während für USDT im Ethereum-Netz anomale Tagesabflüsse festgestellt wurden.
Laut CryptoOnchain sind die USDC-Reserven an der Börse von 5,75 Mrd. $ auf 4,6 Mrd. $ gesunken. Gleichzeitig verzeichnete USDT auf Basis von Ethereum größere ein-Tages-Abflüsse – 997 Mio. $ am 26. Juni und 838 Mio. $ am 7. Juli. Infolgedessen belief sich der gesamte Netto-Flow von Stablecoins auf Binance über die Woche im Durchschnitt auf ein Defizit von 115 Mio. $ pro Tag.
Warum der Abfluss von Stablecoins wichtig ist
Die Reserven an Stablecoins dienen als die wichtigste „trockenes Pulver“-Quelle, die benötigt wird, um Verkaufsdruck abzufangen und das Wachstum des Bitcoin-Preises sowie anderer Kryptowährungen zu stützen. Genau dieser Vorrat ermöglicht es dem Markt, den Abfluss der Verkäufer zu absorbieren.
Laut der Einschätzung eines Analysten ist der gleichzeitige Abzug von USDC und USDT im Ethereum-Netz besonders aussagekräftig. Hinter USDC stehen regulierte institutionelle Investoren, hinter USDT im Ethereum-Netz — große Wale.

Wenn beide Gruppen die Börse verlassen, deutet das normalerweise auf den Wunsch hin, Kapital zu sichern. Der Rückgang des Koeffizienten des Börsenangebots (ESR) für diese Assets zeigt, dass die Liquidität in die kalte Speicherung, in DeFi-Protokolle oder auf außerbörsliche Plattformen abfließt.
Damit geht es also nicht um eine einfache Rotation, sondern um den Abzug von Mitteln von der Plattform. Genau der Abfluss des Kapitals in andere Kanäle unterscheidet die aktuelle Situation vom üblichen Weiterleiten von Mitteln.
Was bedeutet das für den Markt?
Laut CryptoOnchain ist es im Gegensatz zu früheren Phasen, in denen Kapital einfach zwischen Stablecoins hin- und herfloss, nun zu einem synchronen Abfluss gekommen. Der Markt hält aktuell noch eine relativ stabile Preisdynamik bei, allerdings vor dem Hintergrund ausgedünnter Orderbücher.
Ein Abzug von über 1 Mrd. Liquidität in Stablecoins nimmt dem Markt den Puffer, der üblicherweise Volatilität bei starken Bewegungen dämpft. Ohne ihn trifft jeder große Verkauf den Preis stärker.
Laut der Einschätzung eines Analysten schafft ein abgestimmter Abfluss eine fragile Liquiditätsstruktur. Ohne genügend „trockenes Pulver“ an den Börsen, um strukturelle Verkäufe aufzufangen, könnte der Markt empfindlicher auf plötzliche lokale Ausbrüche von Volatilität reagieren.
Historisch gesehen gingen solchen Bedingungen Phasen mit „unruhiger“ Preisbewegung voraus. Laut CryptoOnchain dürfte für ein stabiles Markttief ein neuer Zustrom von Einlagen in Stablecoins nötig sein.
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