Was ist ein Bärenmarkt?
Ein Bärenmarkt lässt sich als eine anhaltende Phase fallender Preise an einem Finanzmarkt beschreiben. Er dauert in der Regel Monate oder sogar Jahre und ist durch ein geringeres Vertrauen der Anleger sowie eine wirtschaftliche Kontraktion gekennzeichnet.
Im Gegensatz zu kurzfristigen Marktrückgängen spiegeln Bärenmärkte tiefere wirtschaftliche Herausforderungen wider. Sie gehen häufig mit Rezessionen, hoher Arbeitslosigkeit oder rückläufigen Unternehmensgewinnen einher, wodurch die Nachfrage nach Aktien und anderen Vermögenswerten sinkt. Dauer und Schweregrad variieren, aber Bärenmärkte sind ein normaler Bestandteil der Marktzyklen.
Unter Händlern gibt es ein Sprichwort: „Treppe hoch, Aufzug runter.“ Bewegungen nach oben verlaufen oft langsam und stetig, während Bewegungen nach unten tendenziell schärfer und brutaler sind. Wieso ist das so? Wenn der Kurs beginnt abzustürzen, sorgt eine weit verbreitete FUD dafür, dass viele Trader die Märkte verlassen. Einige tun das, um Verluste zu begrenzen, während andere Gewinne aus ihren Long-Positionen realisieren.
Das kann schnell zu einer Dominoeffekt-Kette führen: Wenn Verkäufer in Scharen den Ausgang suchen, folgen oft noch mehr Verkäufer. Der Rückgang kann sich noch stärker verstärken, wenn der Markt stark gehebelt ist. Massenliquidationen haben dabei einen noch ausgeprägteren kaskadierenden Effekt und führen häufig zu einem starken Abverkauf (Kapitulation).
Was verursacht einen Bärenmarkt?
Es gibt viele mögliche Faktoren, die einen Bärenmarkt auslösen oder verstärken können. Häufige Ursachen sind zum Beispiel:
Wirtschaftliche Abschwünge: Rezessionen oder ein verlangsamtes BIP-Wachstum führen oft zu geringeren Unternehmensgewinnen und veranlassen Anleger dazu, Aktien und Krypto-Assets zu verkaufen.
Geopolitische Ereignisse: Krisen wie Kriege oder Handelskonflikte können Unsicherheit schaffen und Anleger dazu bewegen, in sicherere Anlagen wie Bargeld oder Anleihen zu wechseln.
Marktblasen: Übertriebene Preisbewertungen von Assets, wie die Dot-Com-Blase im Jahr 2000, können zusammenbrechen, wenn die Bewertungen nicht mehr tragfähig sind.
Änderungen in der Geldpolitik: Steigende Zinsen, wie im Bärenmarkt 2022 zu sehen, können die Kreditkosten erhöhen und die Markterwartungen beeinflussen.
Unerwartete Schocks: Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie 2020 können aufgrund weit verbreiteter Angst und Unsicherheit zu schnellen Markteinbrüchen führen.
Diese Faktoren können auch gleichzeitig auftreten. Beispielsweise ging die Finanzkrise 2008 auf eine Immobilienblase, leichtfertige Kreditvergabepraktiken und globale wirtschaftliche Probleme zurück, was zu einem massiven Bärenmarkt führte.
