Die Ölpreise sind am Montag gefallen, nachdem OPEC+ zugestimmt hat, die Förderquoten für August zu erhöhen, was die Erwartungen an einen Anstieg des Angebots auf dem Rohölmarkt verstärkt hat – vor dem Hintergrund der Erholung der Exporte durch die Straße von Hormus.

Um 04:21 Uhr sind die Futures auf US-Rohöl WTI um 0,5% auf 68,78 $ pro Barrel gefallen. Brent-Rohöl-Futures hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit dem Handel begonnen.

Die letzte Kursbewegung der Preise spiegelt eine breitere Verschiebung in der Stimmung am Markt wider: Händler reduzieren die geopolitische Risikoprämie, die sich in der Konfliktphase mit dem Iran aufgebaut hat, und richten den Fokus auf das Wachstum der weltweiten Lieferungen. Laut ANZ behält die Brent-Futures-Kurve eine bärische Contango-Struktur bei, bei der die nächsten Kontrakte unter den weiter entfernten gehandelt werden; das deutet auf Erwartungen eines kurzfristigen Angebotsüberhangs hin.

Die Erholung der Lieferungen gewinnt an Tempo

Am Wochenende hat die OPEC+ zugestimmt, die Produktionsquoten ab August um 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen und damit den schrittweisen Ausstieg aus der freiwilligen Förderkürzung fortzusetzen. Obwohl ein erheblicher Teil der zusätzlichen Mengen noch nicht auf dem Markt angekommen ist, stärkt diese Entscheidung die Erwartung einer weiteren Erholung des Angebots, sobald sich die Lage am Persischen Golf normalisiert.

Auch der Ölexport durch die Straße von Hormus hat sich in den letzten Wochen verbessert und senkt die Befürchtungen vor lang anhaltenden Unterbrechungen der Schifffahrt. Saudi-Arabien hat den Export wieder auf Werte nahe den Vorkriegsniveaus gebracht, und die steigende Förderung bei den Produzenten am Persischen Golf hat die Erwartungen auf einen noch freieren Ölmarkt zusätzlich verstärkt.

Große Produzenten am Persischen Golf erhöhen weiterhin den Export, während sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus normalisiert. Die Rohölexporte aus Saudi-Arabien sind wieder auf Werte nahe den Vorkriegsniveaus zurückgekehrt, und der Anstieg der Exporte anderer regionaler Produzenten festigt die Erwartung, dass zusätzliche Ölmengen weiterhin auf den Markt gelangen.

Laut ANZ blieben die Ölpreise vergangene Woche insgesamt weitgehend stabil, während die Märkte den Anstieg der Lieferungen aus dem Persischen Golf einpreisten. Die Bank stellte fest, dass die OPEC-Förderung im Juni um 2,34 Millionen Barrel pro Tag gestiegen ist, als der Export durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wurde. Gleichzeitig warnten Analysten, dass trotz der Wiederbelebung der Schifffahrt die Sicherheitsrisiken weiterhin bestehen, was die Aufrechterhaltung hoher Exportmengen mittelfristig erschweren könnte.

Dennoch konzentrieren sich Händler zunehmend auf die Aussicht auf einen globalen Angebotsüberschuss. Ein rückläufiger Rohöleimport Chinas, steigende Exporte der großen Produzenten und die fortgesetzte Ausweitung der Förderung durch OPEC+ stützen die Erwartung, dass das Angebotswachstum im zweiten Halbjahr den Bedarf übertreffen könnte.

Die Märkte erwarten nun offizielle Abgabepreise aus Saudi-Arabien und anderen Produzenten am Persischen Golf, um zusätzliche Signale zur regionalen Nachfrage zu erhalten. Investoren werden außerdem beobachten, ob sich die Erholung der Exporte weiterhin preisdruckend auf den Ölmarkt auswirkt.

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