Obwohl Polymarket offiziell Nutzer aus den Vereinigten Staaten blockiert, legt eine neue Analyse nahe, dass die Einschränkung möglicherweise viel weniger wirksam ist als von den Aufsichtsbehörden beabsichtigt. Laut frischen Blockchain-Daten stellen Händler, die mit den USA in Verbindung stehen, weiterhin eine der größten und aktivsten Nutzergruppen der Plattform.
Ein Bericht der Blockchain-Analysefirma Allium zeigt, dass Geo-Blocking zwar geändert haben mag, wie Nutzer auf die Plattform zugreifen, es jedoch kaum dazu beigetragen hat, die Gesamtnachfrage zu senken.
Die US-Nachfrage ist nicht verschwunden
In seinem am 3. Juli veröffentlichten Bericht analysierte Allium Kryptowährungs-Wallets, die bestimmten Ländern zugeordnet sein könnten. Obwohl der Datensatz nur einen Teil der getaggten Wallets umfasste, sagte das Unternehmen, die Ergebnisse zeigten einen klaren Trend.
Konten, die mit den USA verknüpft waren, machten den größten Anteil an der Aktivität in politischen Prognosemärkten aus, obwohl Polymarket die USA offiziell als eingeschränkte Gerichtsbarkeit führt.
Laut den Forschern haben die Beschränkungen die Teilnahme nicht eliminiert – sie haben lediglich einen Großteil der Aktivitäten aus dem direkten Zugriff der US-Behörden verlagert.

Geoblocking wirft neue Fragen auf
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Polymarket verbieten den Zugang aus den USA und Dutzenden weiterer eingeschränkter Gerichtsbarkeiten ausdrücklich. Die Plattform erklärt außerdem, dass Nutzer diese Beschränkungen nicht umgehen dürfen, indem sie VPNs oder ähnliche Tools verwenden.
Diese Richtlinien gehen auf das Jahr 2022 zurück, als die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Polymarket anordnete, eine zivilrechtliche Geldstrafe in Höhe von 1,4 Millionen US-Dollar zu zahlen und Märkte zu schließen, die den US-Vorschriften nicht entsprachen.
Seitdem hat das Unternehmen für den US-Markt ein separates Produkt betrieben, während es weiterhin amerikanische Nutzer von seiner primären globalen Plattform ausschließt.
Geopolitische Märkte dominieren das US-Interesse
Der Bericht hebt außerdem bemerkenswerte Unterschiede im Handelsverhalten hervor.
Konten, die mit den USA verbunden waren, zeigten ein deutlich stärkeres Interesse an Prognosemärkten im Zusammenhang mit internationalen Konflikten als die breitere Nutzerbasis von Polymarket. Märkte, die auf geopolitische Spannungen mit Bezug zu den USA, Israel und dem Iran ausgerichtet waren, gehörten zu den am aktivsten gehandelten, während wahlbezogene Märkte vergleichsweise weniger Aufmerksamkeit erhielten.
Diese Ergebnisse decken sich mit früheren unabhängigen Forschungen von Harry Crane, einem Statistikexperten an der Rutgers University, der geschätzt hat, dass US-basierte Nutzer etwa 30 % des gesamten Handelsvolumens von Polymarket ausmachen könnten.
Der regulatorische Druck könnte sich verstärken
Der Bericht erscheint zu einer Zeit, in der Prognosemärkte zunehmend verstärkter behördlicher Prüfung ausgesetzt sind.
Die CFTC prüft derzeit neue Regeln für ereignisbasierte Prognosemärkte, die sowohl Polymarket als auch konkurrierende Plattformen betreffen könnten. Gleichzeitig haben mehrere europäische Länder begonnen, ähnliche Dienste aufgrund von Lizenz- und Regulierungsbedenken einzuschränken.
Wenn zukünftige Daten weiterhin eine erhebliche Handelsaktivität aus Gerichtsbarkeiten zeigen, in denen die Plattform offiziell gesperrt ist, könnten Regulierungsbehörden Polymarket in den kommenden Monaten noch stärker unter Druck setzen.
Die Ergebnisse werfen außerdem eine grundlegendere Frage auf: Lassen sich geografische Beschränkungen in dezentralen digitalen Märkten tatsächlich durchsetzen – oder sind sie inzwischen nur noch symbolische Barrieren in einem zunehmend grenzlosen Finanzökosystem?
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