Bitcoin hat gerade einen der schwächsten Monate seit langer Zeit erlebt, doch viele Analysten beginnen, Signale zu erkennen, die darauf hindeuten, dass die bärische Phase sich ihrem Ende nähert. Trotz des starken Rückgangs der weltweit größten Kryptowährung im gesamten Juni zeigen On-Chain-Daten, dass langfristige Inhaber weiter akkumulieren, während mehrere wichtige Indikatoren Werte erreicht haben, die historisch gesehen großen Markt-Wendepunkten vorausgingen.
Die zentrale Frage lautet nun, ob sich Bitcoin wirklich seinem Zyklus-Tief nähert – oder ob eine weitere Verkaufswelle noch bevorsteht.
Der Juni brachte einen scharfen Rückgang, aber auch wichtige strukturelle Veränderungen
Laut Daten von TradingView fiel Bitcoin im Juni von einem monatlichen Hoch von 73.984 US-Dollar auf 58.526 US-Dollar und beendete den Monat nahe seinen Tiefs. Die Kryptowährung erreichte ihren höchsten Preis am ersten Tag des Juni und fiel danach im Verlauf des restlichen Monats stetig.
Analysten argumentieren jedoch, dass der Kursrückgang allein nicht die ganze Geschichte erzählt.
Das Forschungsunternehmen XWIN Japan ist der Ansicht, dass der Juni einen wichtigen Übergang in der Marktstruktur von Bitcoin markierte. Während der Verkaufsdruck sich deutlich verstärkte, erhöhten langfristige Investoren gleichzeitig ihre Ansammlung, was trotz des Abschwungs weiterhin Vertrauen signalisiert.
Mehrere Indikatoren deuten darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise unterbewertet ist
Die XWIN-Analysten hoben mehrere wichtige Kennzahlen hervor, die besonders aufmerksam beobachtet werden sollten.
Eines davon ist der Coinbase Premium Index, der den gesamten Juni über negativ blieb und auf eine relativ schwache institutionelle Spot-Nachfrage nach Bitcoin hinweist.
Ebenso blieb die scheinbare Nach Kennzahl stark negativ, was darauf hindeutet, dass die neuen Kaufaktivitäten noch nicht ausreichten, um das verfügbare Angebot aufzusaugen.
Andererseits ist das MVRV-Verhältnis von Bitcoin auf Niveaus gefallen, die historisch mit Unterbewertung in Verbindung gebracht werden. Gleichzeitig hat sich der Marktpreis von Bitcoin seinem realisierten Preis angenähert – eine Bedingung, die häufig die finalen Phasen früherer Bärenmärkte markiert hat.
Das Forschungsteam glaubt, dass Investoren die Zuflüsse von Spot-Bitcoin-ETFs, den Coinbase Premium Index, die scheinbare Nachfrage und die allgemeine Marktliquidität besonders genau im Blick behalten sollten. Eine Erholung dieser Indikatoren könnte darauf hindeuten, dass der nächste bullische Zyklus für Bitcoin beginnt.
Mehr als die Hälfte des Bitcoin-Angebots befindet sich derzeit unter Wasser
Eine ähnliche Ansicht teilt auch der CryptoQuant-Analyst Axel Adler.
Laut seinen Daten werden derzeit etwa 53 % des zirkulierenden Bitcoin-Angebots mit einem nicht realisierten Verlust gehalten. Historisch gesehen sind unter ähnlichen Bedingungen häufig kurz vor der finalen Phase von Bärenmärkten ähnliche Konstellationen aufgetaucht, als langfristige Tiefs aufgebaut wurden.
Adler ist der Ansicht, dass die heutige Marktstruktur stark an frühere Zyklen erinnert, die später von bedeutenden Erholungen gefolgt wurden.
Kurzfristige Halter verkaufen, während Wale ruhig bleiben
Weitere Erkenntnisse liefert der Krypto-Trader Pelinay.
Laut dem Analysten wird der aktuelle Verkaufsdruck in erster Linie von Privatanlegern und kurzfristigen Haltern angetrieben. Langfristige Investoren transferieren derweil keine nennenswerten Mengen an Bitcoin an die Börse Binance – ein ermutigendes Signal, das typischerweise darauf hindeutet, dass große Inhaber nicht darauf vorbereitet sind, zu verkaufen.
Wenn dieser Trend anhält, könnte die aktuelle Welle des Verkaufsdrucks allmählich nachlassen.
On-Chain-Daten beginnen Kaufsignale zu senden
Ein weiterer CryptoQuant-Analyst, Darkfost, glaubt, dass mehrere On-Chain-Indikatoren Werte erreichen, die in der Vergangenheit historisch gesehen attraktive Kaufgelegenheiten signalisiert haben.
Mithilfe der UTXO-Daten von Bitcoin kam Darkfost zu dem Schluss, dass der Markt allmählich in eine Phase übergeht, in der das Ansammeln stärker dominiert als die Verteilung.
Auch wenn er die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs nicht ausschließt, argumentiert Darkfost, dass eine zunehmende Zahl von Indikatoren auf eine Erschöpfung der Verkäufer hindeutet. Seiner Analyse zufolge wird die nächste große Phase vermutlich die Rückkehr der Nachfrage sein, wobei dieser Prozess jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen könnte.
Wenn sich dieses Szenario tatsächlich entfaltet, könnte Bitcoin die Grundlage für die nächste Phase seines langfristigen Bullenmarkts legen.
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