Apple führt derzeit aktive Verhandlungen zum Kauf von Speicherchips mit zwei der führenden, aktuell auf der US-Blacklist des Verteidigungsministeriums (Pentagon) geführten chinesischen Halbleiterhersteller. Dieses große Risiko kommt zu einer Zeit, in der Apple verzweifelt versucht, die Versorgung mit Bauteilen sicherzustellen, während eine globale Speicherknappheit das Unternehmen bereits dazu gezwungen hat, seltene und weitreichende Preiserhöhungen über seine Produktpalette hinweg umzusetzen.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, gestützt auf mit dem Vorgang vertraute Quellen, ist Apple bestrebt, Speicherbauteile von ChangXin Memory Technologies Inc. (CXMT) und von Yangtze Memory Technologies Co. (YMTC) zu sichern. Diese Bauteile sollen in erster Linie in Geräten verwendet werden, die auf dem chinesischen Markt verkauft werden. Obwohl die Gespräche noch laufen, wurden bisher keine endgültigen Vereinbarungen getroffen.
Die „globale Speicherkrise“, die Apple zu diesem Schritt zwingt, ist eine direkte Folge des KI-Booms. Denn die führenden Speicherzulieferer der Welt—Micron Technology (USA), Samsung und SK Hynix (Südkorea)—haben ihre Produktionslinien in großem Umfang von Standard-Speicher für Unterhaltungselektronik weg verlagert, um auf den lukrativen Hochbandbreitenspeicher (HBM) zu setzen, der für KI-Rechenzentren benötigt wird.
Diese Entwicklung brachte die Anbieter von Verbrauchertechnologie in eine echte Zwangslage. Denn die Preise für standardisierte DRAM-Verträge stiegen Anfang 2026 um 55% bis 60%. Dieses finanzielle Druckmoment veranlasste Apple jüngst zu einem beispiellosen Schritt: einer weltweiten Anhebung der Einzelhandelspreise um bis zu 20% entlang der MacBook-, iPad- und Vision-Pro-Linien. Die Belieferung durch chinesische Zulieferer ist für Apple nicht mehr nur ein Kostensparinstrument, sondern eine zwingende Notwendigkeit, um die tatsächliche Versorgung bis mindestens 2027 sicherzustellen.
Sowohl CXMT als auch YMTC sind in der Liste von Artikel 1260H enthalten, die vom US-Verteidigungsministerium herausgegeben wurde. Sie klassifiziert chinesische Unternehmen, von denen angenommen wird, dass sie Beijings militärische Aufrüstung unterstützen.
Noch wichtiger ist, dass die Einstufung der Liste 1260H erhebliche Reputationsrisiken birgt; sie verbietet jedoch rechtlich nicht die jeweiligen Handelsgeschäfte. Das bedeutet, dass Apple keine formelle Genehmigung der US-Regierung benötigt, um deren Chips zu kaufen. Allerdings ist Apple sich der Tragweite regulatorischer Schwankungen sehr bewusst. Quellen zufolge steht CEO Tim Cook persönlich in Kontakt mit Verantwortlichen in der Verwaltung von Präsident Trump, darunter mit Finanzminister Scott Bessent, um regulatorische Zusicherungen zu erwirken. Die größte Sorge Apples besteht darin, dass Washington die Sanktionen verschärfen und die beiden Unternehmen CXMT oder YMTC auf die strengere Liste der Entities des US-Handelsministeriums setzen könnte, wenn Apple Milliarden-Dollar-Verträge mit ihnen abschließt—was rechtlich zu einem umfassenden Handelsverbot führen würde.
Trotz der Bemühungen von Tim Cook, durch Druck und Lobbyarbeit Einfluss zu nehmen, stehen die vorgeschlagenen Deals in Washington massiven Gegenwinden gegenüber. Kritiker, darunter die Führung des China-Auswahlausschusses im US-Repräsentantenhaus, haben diese Gespräche scharf verurteilt und davor gewarnt, dass die Abhängigkeit von mit dem Militär verbundenen chinesischen Unternehmen einen „schweren Fehler“ darstelle, der die Technologieseabhängigkeit der USA von Peking in einer Phase äußerster Sensibilität der geopolitischen Spannungen weiter vertiefe.
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