1.700 UK-Anleger haben Binance und CZ gerade verklagt – so ist es passiert.

Fast 1.700 britische Anleger haben Binance und seinen Gründer Changpeng Zhao (CZ) vor das High Court in London gebracht. Ihre Behauptung: Binance habe ihnen riskante Krypto-Derivate verkauft – darunter gehebelte Tokens, Futures und Optionen –, ohne jemals die Freigabe von den britischen Aufsichtsbehörden erhalten zu haben.

Worum geht es in ihrer Vorwürfen gegen Binance?

Die Kläger sagen, Binance habe komplexe Krypto-Derivate an Privatanleger vermarktet, die bereits ab Ende 2019 begannen – also zwei Jahre, bevor die britische Financial Conduct Authority (FCA) diese Produkte für alltägliche Trader offiziell im Januar 2021 verbot. Und hier kommt der Knackpunkt: In der Klage wird behauptet, Binance habe ihnen diese Angebote sogar weiterhin unterbreitet, nachdem das Verbot ausgesprochen worden war.

Wer wird verklagt?

Es geht nicht nur um Binance. Die Klage richtet sich gegen Cayman-Islands-registrierte Binance Holdings, den in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Nest Exchange, Zhao selbst sowie eine Auffanggruppe von „unbekannten Personen“, die angeblich im Hintergrund die Binance-Plattform betreiben.

Wie viel Geld ist im Spiel?

Die Kanzlei, die den Fall führt, KP Law, fordert mindestens 150 Millionen Pfund (etwa 200 Millionen US-Dollar) (TradingView). Berichten zufolge verloren einige Anleger existenzverändernde Summen. KP Law beschreibt die Verluste einiger Kläger als „existenzverändernd“ – von Zehntausenden bis zu Millionen Pfund. Ein Beispiel: Tomas Sutas, ein Finanzcontroller, soll vor der Auslöschung des Werts mehr als 100.000 Pfund in Binance-Derivate investiert haben.

Warum ist das rechtlich relevant?

Hier kommt der interessante Teil: Nach britischem Recht können Verträge potenziell für nicht durchsetzbar erklärt werden, wenn ein Unternehmen Finanzprodukte ohne die erforderliche Genehmigung verkauft. Das bedeutet, dass Anleger nicht nur ihre Verluste zurückbekommen könnten – sie könnten auch ihre ursprüngliche Investition zurückfordern. Deshalb hat der rechtliche Mechanismus in diesem Fall echte Schlagkraft.

Was sagt Binance?

Binance sagt, dass es sich verteidigen wird. Ein Sprecher erklärte, das Unternehmen „bleibt seinen Verpflichtungen gegenüber den Nutzern verpflichtet und wird in Übereinstimmung mit dem geltenden Recht handeln.“

Das große Ganze

Das kommt zu einer schwierigen Zeit für Binance. Das Unternehmen hat außerdem mit EU-Zulassungsproblemen zu kämpfen, nachdem es es nicht geschafft hat, eine MiCA-Lizenz zu sichern. Und CZ selbst hatte eine turbulente Zeit: Haft in den USA, Freilassung und 2025 eine präsidiale Begnadigung. Wenn dieser UK-Fall auch nur teilweise erfolgreich ist, könnte das die Tür für ähnliche Klagen gegen Krypto-Börsen anderswo öffnen.

Ali Imran

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