Bärenmarkt-Trading: Nachkaufen ja oder nein?
Wer nachkauft und immer weiter nachkauft, steckt am Ende in den häufigsten Problemen des Bärenmarkt-Endes. Jedes Mal, wenn es 10% fällt, denkt man, das sei der Boden, und stockt auf. Dann fallen es nochmal 20% und man hält wieder den Boden für gekommen, also kauft man erneut nach. Wenn der tatsächliche Boden dann endlich da ist, ist die Position so schwer geworden, dass man sie nicht mehr durchhalten kann.
Eine andere Variante ist das Hinterherjagen eines Rebounds: Man nimmt die kurzfristige Erholung als große Trendwende wahr und geht rein – und wird dann in der nächsten Welle wieder eingeklemmt.
Noch gefährlicher ist es, sich mit Hebel zu drehen: Das Konto ist eine Zeit lang im Minus, dann sieht man erste Anzeichen einer Erholung und denkt „Mach 10x auf und setz alles“, in der Annahme, die Rechnung geht auf. Wenn man sich irrt, ist das Kapital weg. Wenn die Psyche erst mal gekippt ist, kommt es zudem sehr häufig vor, dass man planlos „zu früh“ verkauft: Man hält drei Monate durch, an der tiefsten Stelle beginnt man an sich selbst zu zweifeln, und nach dem Verkauf erholt sich der Markt schon kurz darauf.
Diese Fallen haben eines gemeinsam: Damals erschien alles vernünftig – im Nachhinein stellt sich heraus, dass letztlich Emotionen die Entscheidung getroffen haben. Am Ende des Bärenmarktes macht man oft besser weniger Trades, statt sich Gedanken darüber zu machen, wie man optimal tradet.
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