BCA Research wies in seinen strategischen Prognosen für das dritte Quartal darauf hin, dass der Aufwärtsmarkt an Aktien an Dynamik verloren hat, und warnte vor einem möglichen Rückgang der Aktien um 30% bis 50%, sobald die Blase der KI-Gewinne schließlich platzt.

Der MacroQuant-Aktienindex für BCA ist gesunken – ein quantitatives Modell, das das Unternehmen verwendet, um den Marktzustand anhand wirtschaftlicher und finanzieller Indikatoren zu messen – und fiel am 12.06.2025 unter die Basislinie-1. Dies veranlasste das Unternehmen, das Rating der Aktien von „neutral“ auf ein geringeres Gewicht zu senken (leicht „verkaufen und vorsichtig“) für einen Zeithorizont von 3 Monaten und 12 Monaten.

Das Investment-Forschungsunternehmen hat keine noch deutlichere bärische Position eingenommen. Es verwies darauf, dass es stärker in eine defensive Ausrichtung wechseln werde, falls sich die Markt-Impulsindikatoren weiter verschlechtern. Derzeit empfiehlt das Unternehmen, die Untergewichtung von Aktien durch eine leichte Erhöhung der Cash-Quote auszugleichen und Anleihen neutral zu gewichten.

Die zentrale Sorge, die die BCA-Strategen hervorheben, ist die anhaltende „Gewinnblase“ bei KI-Aktien. Im Gegensatz zu traditionellen Blasen, die durch überzogene Bewertungen genährt werden, wächst diese Blase durch Bilanzierungsmechanismen: Wenn Unternehmen Chips von Nvidia oder Micron Technology kaufen, werden diese Käufe als Kapitalanlagen verbucht, statt als Aufwand. So steigen die Gesamterträge, ohne dass dem ein entsprechender Anstieg der Cashflows gegenübersteht.

Seit 2019 sind die Forward-Gewinnspannen des S&P 500 um 3,80 Prozentpunkte gestiegen, und im Technologiesektor um 11,30 Prozentpunkte. BCA schätzt, dass der S&P 500 heute bei dem 26,50-Fachen der Forward-Gewinne gehandelt hätte, statt bei dem 20,00-Fachen, wenn die Spannen unverändert geblieben wären.

Die Strategen unter Führung von Peter Peresin schrieben in einer Notiz: „Wenn man eine Analogie aus dem Baseball nutzt, ist unsere beste Einschätzung, dass der KI-Boom das siebte oder achte Inning erreicht.“

Sie ergänzten: „Das dürfte größtenteils der aufregendste Teil des Spiels sein – aber auch der Teil, der sich seinem Ende nähert. Unsere beste Einschätzung ist, dass, wenn die KI-Gewinnblase schließlich platzt, die Aktien um 30% bis 50% fallen werden.“

BCA sieht, dass die Renditen von Staatsanleihen in der verbleibenden Zeit des Jahres 2026 weitgehend in einer engen Spanne bleiben werden, bei gleichzeitigem Ausschluss einer Rezession in diesem Jahr. Die interessanteste Chance ergibt sich später. Das Team stellt fest: „Wenn der KI-Boom in einen Zusammenbruch umschlägt, löst das eine große Kontraktionswelle durch die gesamte Weltwirtschaft aus“, und die Zentralbanken müssten dann auf eine expansive Geldpolitik umschalten, was die Renditen nach unten drückt.

Das Unternehmen rechnet damit, irgendwann innerhalb der nächsten 12 Monate in eine langfristige Position zu wechseln.

Mit Blick auf den Dollar sind die Strategen der Ansicht, dass es kurzfristig eine Stärke gibt, die durch Zinsdifferenzen und Momentum gestützt wird. Auf lange Sicht ist das Bild jedoch deutlich schwieriger. Die Währung wird mit einem Wert gehandelt, der um 16% über ihrem fairen Wert liegt, gemessen am Kaufkraftparitätsniveau; die Umkehr der Kapitalströme aus dem Portfolio in Richtung US-Aktien könnte ihr zudem spürlich zusetzen.

Die Währungen in Ostasien – einschließlich des japanischen Yen, des chinesischen Yuan und des koreanischen Won – sind auf lange Sicht am attraktivsten.

Bei Rohstoffen sieht BCA, dass Öl nachgibt und sich einem Tiefniveau nähert, nachdem Brent-Rohöl von einem Hoch von 144,00 US-Dollar pro Barrel auf 73,00 US-Dollar gefallen ist – vor dem Hintergrund der Fragilität des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran, der Abwärtsrisiken begrenzt.

Auf lange Sicht werden Metalle gegenüber Rohöl bevorzugt, wegen struktureller Angebotsbeschränkungen. Gold hat dagegen kurzfristig Gegenwind durch die Stärke des Dollars und den Rückgang der Inflation, wird aber langfristig positiv gesehen – gestützt durch Käufe der Zentralbanken und seinen vergleichsweise bescheidenen Anteil am gesamten Familienvermögen weltweit.

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