Der südkoreanische KOSPI ist am Montag in freien Fall gestartet — am Tagess innerhalb um 3,4% im Minus — und schloss dann nur 0,2% tiefer. Die Wende kam aus einem einzigen Auslöser: Samsung Electronics und SK Hynix sagten bei einem Regierungs-Briefing massive KI-Investitionen zu, an dem die Leiter beider Chiphersteller sowie weitere wichtige Vertreter der Branche teilnahmen. Ausländische Investoren verkauften einen Rekord von 7,7 Billionen Won an KOSPI-Aktien. Lokale Fonds und Privatanleger kauften jeden Won davon.
Was das Briefing zu den „Drei Mega-Projekten“ tatsächlich verändert hat
Die Initiative des Präsidentenamts — offiziell „Drei Mega-Projekte für den großen Sprung nach vorn“ genannt — war ein deutliches staatliches Signal, dass Südkorea hinter seinen Halbleiter-Giganten steht, zu einem Zeitpunkt, an dem die globale KI-Nachfrage Samsung und SK Hynix ins Zentrum des wichtigsten Technologietauschs der Welt gerückt hat. Die Aktien beider Unternehmen hatten sich in diesem Jahr in ihren jeweiligen Hochs mehr als verdreifacht. Das Briefing drehte diese Verluste nicht um — beide schlossen am Ende tiefer —, aber es änderte die Darstellung von „KI-Handel bricht zusammen“ zu „Regierung verpflichtet sich zur KI-Expansion“, was ausreichte, um den breiteren Index zu stabilisieren.
Warum Energie, Bau und Versorgungswesen die Erholung anführten — nicht die Chipmacher selbst
Die Erholung des KOSPI wurde nicht von Samsung und SK Hynix angeführt — sondern von den Sektoren, die existieren, um sie zu stützen. Energie-, Bau- und Versorgungsaktien — die Infrastrukturkategorien, die entscheidend für den Aufbau und Betrieb von KI-Datencentern sind — legten vor dem Hintergrund der Investitionszusage zu, hoben den Benchmark an, während die Chipmacher selbst tiefer blieben. Diese sektorale Rotation innerhalb einer einzigen Sitzung zeigt, dass sich der Markt rund um die KI-Ausgaben als dauerhaftes Thema neu ausrichtet — statt um eine kurzlebige Blase, selbst wenn die Bewertungen der Chipmacher selbst unter Druck geraten, weil sich die Multiples nach dem Dreifachen an ihren Hochs dehnen.
Die Spannung zwischen Auslands- und Inlandsflüssen, die die koreanischen Märkte in H2 prägen könnte
Die Kapitalflussdaten vom Montag sind das strukturell bedeutendste Element der Sitzung. Ausländische Investoren verkauften am Rekordtag 7,7 Billionen Won an KOSPI-Aktien — den größten einzelnen Tagesabfluss aus dem Ausland in der Geschichte des Index — während inländische Fonds und Retail-Investoren das vollständig aufnahmen. Dieses Muster hat sich inzwischen über mehrere Wochen großer Verwerfungen wiederholt: der Crash vom Donnerstag mit 10%, der Crash vom Freitag mit 6% und der Rückgang von 3,4% im Tagesverlauf am Montag hatten alle entweder Rekord- oder nahe Rekordwerte bei den Auslandsverkäufen, die jeweils durch inländisches Kaufen abgefedert wurden.
Die Frage nach der Nachhaltigkeit ist eindeutig. Inländisches Retail- und institutionelles Kapital kann Auslandsverkäufe bis zu einem gewissen Punkt absorbieren — aber ein Rekordvolumen von 7,7 Billionen Won in einer einzigen Sitzung testet die Grenzen dieser Kapazität. „Angesichts der politischen Bedeutung des Projekts gibt es noch eine Chance, dass die Regierung mit einem breiteren Maßnahmenpaket nachlegt, und das dürfte das Nächste sein, worauf Investoren schauen“, sagte Roy Lim, Equity-Sales-Trader bei NH Investment & Securities in Seoul. Ein staatliches Politikpaket nach der Investitionszusage würde institutionelle Unterstützung liefern und damit die Abhängigkeit davon verringern, dass inländisches Retail die Abflüsse aus dem Ausland absorbiert.
Worauf man achten sollte: Ob der 8%-Sprung des KOSDAQ echtes Risikoappetit-Return signalisiert
Der Small-Cap-KOSDAQ, der in einer einzigen Sitzung um mehr als 8% springt, ist der zukunftsorientierteste Datenpunkt im Handel von Montag. Small-Cap-Koreanische-Tech-Aktien bewegen sich nicht allein wegen staatlicher Zusagen um 8% — so ein Schritt spiegelt echten zurückkehrenden Risikoappetit für den Sektor wider, Einzelhandelsdynamik und eine Positionsanpassung von Händlern, die die KI-Handelsstory in den Abstürzen der vergangenen Woche leerverkauft hatten. Wenn der 8%-Gewinn des KOSDAQ über die Sitzung am Dienstag hinaus hält und sich die Auslandsverkäufe, gemessen am Rekordtempo vom Montag, abschwächen, würde das bedeuten, dass die Triple-Crash-Sequenz der vergangenen Woche eher ein Erschöpfungsereignis war als der Beginn eines strukturellen Rückbaus. Wenn die Auslandsverkäufe jedoch erneut beschleunigen und inländische Käufer nicht in der Lage sind, das Tempo vom Montag zu absorbieren, kommt der nächste Stabilitätstest für den KOSPI ohne denselben Auslöser durch staatliche Zusagen.

