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Neun Jahre lang durften südkoreanische Unternehmen nicht einmal Kryptowährungen in ihre Bilanzen aufnehmen. Das Verbot wurde im Januar aufgehoben – mit einer Obergrenze von 5 % des Eigenkapitals der Anteilseigner pro Jahr. Daraufhin stürmten viele Unternehmen los, um Michael Saylor mit seinem Bitcoin-Treasury-Playbook nachzueifern. Sechs Monate später kämpft eines der bekanntesten Beispiele darum, nicht gleich ganz von der Börse geworfen zu werden – und zwar nicht, weil Regulierer wegen seiner Krypto-Bestände gegen es vorgehen, sondern weil sein Geschäftsmodell unter den regulatorischen Rahmenbedingungen zerbrochen ist.

BitMax, ein koreanisches Unternehmen, das sich selbst als Digital-Asset-Treasury umbenannt hatte, bekam im März vom Korea Exchange den Börsenhandel ausgesetzt, nachdem es in Berichten immer wieder von finanziellen Problemen die Rede gewesen war: 52 Millionen US-Dollar Nettoverluste in nur einem Quartal, eine Gesamtverschuldung, die in neun Monaten um über 1.500 % gestiegen war, und ein um zwei Drittel gekürztes Forschungsbudget. Dann kam der Teil, der die Menschen wirklich aus der Fassung brachte. Eine koreanische Zeitung fand heraus, dass das Unternehmen seinen gesamten Bitcoin-Bestand aus der sicheren Cold-Storage-Verwahrung beim Custody-Arm der Kookmin Bank abgezogen und auf Binance, Bybit und andere ausländische Börsen verlagert hatte. BitMax beteuert, dass es keinen einzigen Coin verkauft habe und die Verlagerung als Sicherheitsdiversifizierung darstelle – nicht als Vorbote einer Liquidation. Marktbeobachter sind nicht ganz überzeugt, und der Korea Exchange hat noch keinen Beschluss ausgeschlossen, der eine formelle Delisting-Anordnung nach sich ziehen würde.

Was diesen Moment besonders unnachgiebig macht, ist der Zeitpunkt. Der Börsenaufsichtsregulator Südkoreas steckt mitten in der Überarbeitung seines gesamten Rahmens für Delistings. Dabei wird die Marktkapitalisierungs-Schwelle für das Überleben am KOSDAQ von 15 Milliarden Won auf 20 Milliarden Won angehoben – mit Wirkung ab dem 1. Juli – und es gibt eine weitere Erhöhung auf 30 Milliarden Won für Januar. Die Zahl der Unternehmen, die jährlich delistet werden, ist seit 2023 bereits nahezu verfünffacht worden, und die Börse rechnet damit, dass in diesem Jahr allein bis zu 220 Firmen ein Entfernungsrisiko haben. Dieses Durchgreifen macht keine Ausnahmen für Unternehmen nur deshalb, weil ihr Kernausgangspunkt zufällig Bitcoin ist.

Das ist die reale Spannung, in die Krypto-Treasury-Firmen geraten – in Korea und auch im Ausland. Ein Halbjahresbericht von 21Shares hat ergeben, dass von den weltweit größten achtzehn Bitcoin-Treasury-Formationen, die beobachtet werden, dreizehn mittlerweile unter dem tatsächlichen Wert der Krypto handeln, die in ihren Büchern stehen. Diese Lücke zwingt schwächere Akteure zu Notverkäufen, nur um zahlungsfähig zu bleiben. Nakamoto Holdings verkaufte Bitcoin mit einem ungefähr 40%igen Verlust, um den Betrieb zu finanzieren. MARA liquidierte über 15.000 BTC, um Schulden zurückzuzahlen. Sogar Even Strategy – das Unternehmen, das diesen gesamten Trend erst ins Rollen gebracht hat – machte seinen ersten Bitcoin-Verkauf seit vier Jahren.

All das beseitigt jedoch nicht die rechtliche Öffnung, die Korea gerade geschaffen hat. Kryptoengagement institutioneller Art ist inzwischen als politischer Kurs abgesegnet, und die Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs soll Berichten zufolge mit Hochdruck vorangetrieben werden. Doch BitMax' Lage ist das deutlichste Zeichen bisher dafür, dass das Halten von Krypto in der Bilanz ein Unternehmen nicht vor den normalen Mechanismen schützt, um gelistet zu bleiben. Ein fallender Aktienkurs, steigende Schulden und ein überdehntes Geschäftsmodell können eine „digitales Asset-Treasury“ genau so ins Wanken bringen, wie sie jeden anderen treffen würden.

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#KoreaKOSDAQRulesRiskCryptoTreasuryFirmDelisting