Von Zeit zu Zeit werde ich gefragt, ob ich jemandem beibringen kann, Kryptowährungen zu traden, oder helfen kann, mit Trading Geld zu verdienen. Meine Antwort ist fast immer dieselbe – nein. Und dafür gibt es mehrere triftige Gründe.

Erstens ist Trading eine Tätigkeit mit einem sehr hohen Risiko. Statistiken zeigen, dass die meisten Trader am Ende ihr Geld verlieren. Viele Einsteiger sehen nur Erfolgsgeschichten, unterschätzen aber mögliche Verluste und den psychologischen Druck.

Zweitens weiß kein Trader mit 100%iger Sicherheit, wohin sich der Markt bewegen wird. Selbst nach einer gründlichen technischen und fundamentalen Analyse schätzen wir nur Wahrscheinlichkeiten. Wenn die Analyse 70–80% Chancen auf Erfolg liefert, ist das schon ein sehr gutes Ergebnis. Aber selbst in so einem Fall kann sich der Markt in die entgegengesetzte Richtung entwickeln.

Zweitens verdient ein erfolgreicher Trader in erster Linie durch das Trading selbst, nicht durch den Verkauf von Schulungen. Kontinuierliche Marktanalyse, das Suchen von Einstiegspunkten, das Risikomanagement und die Arbeit mit Positionen nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Deshalb gibt es bei den meisten profitablen Tradern einfach nicht die Möglichkeit, vollwertige Schulungskurse zu führen.

Leider sieht man heute häufig die Situation, dass das Haupt-Einkommen einer Person gerade aus dem Verkauf von Schulungen stammt, nicht aus den Ergebnissen ihres Tradings. Das heißt nicht, dass alle Kurse schlecht sind, aber man sollte sich immer fragen: Wenn jemand so erfolgreich tradet, warum liegt der Schwerpunkt dann ausgerechnet auf dem Verkauf von Schulungen?

Ich glaube, der wichtigste Grund für mich sind zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn eine Person anfängt, nach meinen Ratschlägen zu handeln und dabei Geld verliert – sogar aufgrund eigener Fehler oder durch unvorhersehbares Verhalten des Marktes – wird die Verantwortung sehr oft genau dem zugeschrieben, der gelehrt oder empfohlen hat. Ich möchte keine Risiken eingehen und weder Freundschaften noch gute Beziehungen wegen finanzieller Verluste gefährden.

Aus genau diesem Grund kann ich den Markt gerne besprechen, meine eigene Meinung austauschen oder Perspektiven zu bestimmten Ereignissen teilen, aber ich übernehme keine Verantwortung dafür, jemandem das Trading beizubringen. Wer an die Finanzmärkte kommt, muss alle Risiken selbstständig erkennen und eigene Entscheidungen treffen.

Der Markt bietet immer Möglichkeiten, aber er verzeiht Leichtsinn nicht.

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