
Die Armee der Verteidigung Israels (IDF) hat am Samstag, den 27. Juni, einen Luftangriff auf die Provinz Nabatija im Süden des Libanon durchgeführt. Ziel der Operation seien „vermutete Terroristen gewesen, die israelische Soldaten bedroht hätten“, erklärte eine Sprecherin der IDF der Agentur AFP. Ihrer Aussage zufolge prüft das Kommando die Ergebnisse des Angriffs.
Nur einen Tag zuvor hatten Israel und der Libanon unter Vermittlung der USA eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Das Dokument sieht vor, dass ein Teil der IDF-Kräfte aus zwei Gebieten nördlich und südlich des Flusses Litani im Süden des Libanon abgezogen wird. Die libanesische Armee erhält die Kontrolle über diese Gebiete als "Pilotprojekte", an denen auch US-Militärangehörige beteiligt sein werden. Beide Länder im Nahen Osten haben keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formal seit der Gründung Israels im Jahr 1948 im Kriegszustand.
Der Anführer der "Hisbollah" kritisiert die Behörden des Libanon wegen der Vereinbarung
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte kurz nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, dass die IDF die von ihr geschaffene "Sicherheitszone" im Süden des Libanon nicht verlassen werde, solange die libanesische radikal- schiitische Bewegung "Hisbollah" nicht entwaffnet sei und die Bedrohung für Israel weiter bestehe. Der Anführer der Bewegung, Naim Qassem, wies jedoch die erzielte Vereinbarung zurück und bezeichnete sie als Kapitulation vor Israel.
Er beschuldigte den offiziellen Beirut, einseitige Zugeständnisse gemacht und die Souveränität des Libanon untergraben zu haben. Die Verknüpfung des Abzugs israelischer Truppen mit der Entwaffnung der "Hisbollah" verstoße gegen "alle roten Linien" und mache faktisch die Präsenz israelischer Militärs im Süden des Libanon legitim, so Kasem.