Tesla hat einen Rechtsstreit wegen eines Unfalls mit einem System für vollständige autonome Fahrzeugsteuerung (Full Self-Driving) beigelegt, berichtet Bloomberg. Der Unfall ereignete sich im Jahr 2023 und war der erste Fall eines tödlichen Unfalls eines Fußgängers, der mit dieser Technologie in Verbindung gebracht wurde. Unternehmenschef Elon Musk setzt auf autonomes Fahren und Robotaxis als zentrales Wachstumsfeld.

Was ist über den Unfall bekannt

Der Unfall war dem Bericht von Bloomberg zufolge der erste bekannte Todesfall eines Fußgängers aufgrund eines automatisierten Fahrsystems von Tesla. Der Vorfall ereignete sich auf einer Autobahn im US-Bundesstaat Arizona. Die 71-jährige Jona Story stieg aus dem Auto aus, um bei der Organisation des Verkehrs rund um Autos zu helfen, die durch die blendende Sonne zusammengestoßen waren. Danach wurde sie von einem Tesla Model Y-Crossover mit hoher Geschwindigkeit erfasst, der im Modus FSD fuhr. Die Tochter der Verstorbenen reichte Klage gegen Tesla und den Fahrer des Elektroautos ein.

Der Anwalt Dustin Birch, der die Interessen der Tochter der Verstorbenen vertritt, bestätigte gegenüber Bloomberg die Einigung im Streit. Die Bedingungen der Vereinbarung legte er nicht offen, doch er merkte an, seine Mandantin sei „froh, alles hinter sich zu lassen“. Ein Tesla-Sprecher antwortete nicht auf Anfragen nach Kommentaren.

Nach dem Unfall hat die US-amerikanische Nationale Behörde für Straßenverkehrssicherheit (NHTSA) eine Untersuchung begonnen, um herauszufinden, ob FSD ein unvertretbares Sicherheitsrisiko darstellt. Die NHTSA stellte fest, dass das Tesla-System in mehreren Unfällen Umstände nicht erkannte, die die Sicht der Kameras beeinträchtigten – bis zum eigentlichen Zeitpunkt der Kollision. Der Regulator dokumentierte außerdem Fälle, in denen FSD eine Verschlechterung der Sicht nicht erkannte und den Fahrer nicht rechtzeitig warnte sowie das vor ihm fahrende Auto aus dem Blick verlor oder es überhaupt nicht wahrnahm. Zu den Bedingungen, bei denen das System aussetzte, wurden grelles Sonnenlicht, Staub und Nebel genannt.

Kontext

Tesla teilte im April 2026 mit, dass an den Fahrzeugen Kameras ausgetauscht wurden, um diese Probleme zu beheben, und bestätigte, dass das Unternehmen weiterhin mit dem Regulator zusammenarbeitet, wie Bloomberg berichtet.

Mask nannte die flächendeckende Einführung von FSD als kritisch wichtig für die Zukunft von Tesla. Im Oktober 2025 teilte das Unternehmen jedoch mit, dass lediglich 12% der Fahrzeugflotte des Unternehmens ein Abonnement für diesen Dienst haben.

Außerdem hat die NHTSA seit 2016 fast 50 besondere Ermittlungen zu Unfällen mit Tesla eröffnet, die vermutlich mit Systemen zur Fahrerassistenz zusammenhingen. Im Juni 2026 wurde dem Unternehmen eine neue Klage der Familie eines bei einem Unfall mit Tesla Model 3 Verstorbenen zugestellt. Das Fahrzeug habe den Angaben der Kläger zufolge den Autopiloten genutzt und das Ende der Straße nicht erkannt, wodurch es mit hoher Geschwindigkeit in ein Haus fuhr.ㅤ

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