
Aktien großer asiatischer Zulieferer von Apple Inc. sind am Freitag stark gefallen, nachdem der iPhone-Hersteller eine umfassende Preiserhöhung für MacBook und iPad angekündigt hat. Dies hat Befürchtungen ausgelöst, dass der rasante Anstieg der Kosten für Halbleiter allmählich Druck auf die Verbrauchernachfrage und die Ausgaben im Technologiesektor insgesamt ausübt.
Die Apple-Aktien sind über Nacht um mehr als 6% gefallen und haben damit rund 250 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet – trotz der optimistischen Prognose von Micron Technology, die mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zusammenhing und zuvor in dieser Woche veröffentlicht worden war.
Südkoreanische Giganten im Speicherchip-Markt haben den regionalen Abwärtstrend angeführt. SK Hynix Inc. brach um 9,4% ein, und Samsung Electronics Co Ltd. verlor 9,2% – vor dem Hintergrund von Meldungen, dass die Unternehmen sich auf eine erhebliche Erhöhung ihrer Investitionen in die Halbleiterproduktion vorbereiten. Beide Unternehmen sind wichtige Zulieferer für DRAM- und NAND-Speicherchips, die in der gesamten Produktlinie von Apple eingesetzt werden, was sie extrem empfindlich gegenüber Veränderungen im iPhone- und Mac-Ökosystem macht.
Auch Hersteller von Kamerakomponenten standen unter Druck. LG Innotek Co Ltd., der wichtigste Anbieter hochwertiger Kameramodule für iPhones, sank um 3,8% und das chinesische Unternehmen Luxshare Precision Industry Co Ltd. fiel um 9,4%. Luxshare montiert AirPods, Apple Watch und erobert einen wachsenden Anteil am iPhone, wodurch es zu einem der am schnellsten wachsenden Produktionspartner von Apple gehört.
Die japanische Lieferkettenkette für Apple hat ebenfalls nachgelassen. TDK Corp., das Akkutechnologien für iPhone und andere Apple-Geräte liefert, ist um 8,2% gefallen, und Murata Mfg Co., ein führender Anbieter mehrschichtiger Keramikkondensatoren, die in Apple-Geräten eingesetzt werden, sank um 6,9%. Sony Corp., dessen Bildsensoren in den iPhone-Kameras weit verbreitet sind, fiel um nahezu 1%.
Taiwanesische Zulieferer erwiesen sich als vergleichsweise robust. Taiwan Semiconductor Manufacturing. (TSMC), der exklusive Hersteller von Prozessoren der A- und M-Serien für Apple, änderte sich preislich nahezu nicht, und Foxconn Technology Co Ltd., der größte iPhone-Zulieferer für Apple, beendete den Handel ebenfalls ohne nennenswerte Veränderungen. LARGAN Precision Co Ltd., ein dominierender Anbieter von Premium-Optik für iPhone-Kameras, blieb laut Google Finance ebenfalls nahezu unverändert.
Der groß angelegte Abverkauf zeigt anschaulich, wie schnell sich die Aufmerksamkeit der Anleger vom Wachstum der Nachfrage nach Chips für KI hin zu den inflationsbedingten Folgen der plötzlichen Verteuerung von Speicherchips verlagert hat. Obwohl die Ergebnisse von Micron eine anhaltend robuste Nachfrage nach Halbleitern bestätigten, hat die Entscheidung von Apple, die Preise anzuheben, den zunehmenden Kostendruck für Gerätehersteller unterstrichen und die Anleger dazu gezwungen, die Positionen der Zulieferer neu zu bewerten, die am stärksten vom Hardware-Zyklus des Unternehmens abhängen.