$BTC stößt erneut auf $60.000, $ETH-ETFs fließen weiter ab, die Optionen laufen aus, Longs werden liquidiert. Die USDT-Marktkapitalisierung drückt zeitweise sogar $ETH. Und es gibt noch eine ganze Menge Updates in der Infrastruktur. Wenn man das alles zusammen betrachtet, ist das Wichtigste nicht, welche Schlagzeile am meisten Angst macht, sondern dass immer wieder dieselbe Sache auftaucht: Das Geld kommt nicht sofort zurück, zuerst wird der Hebel abgeräumt.
Stand: 2026-06-26 04:17 UTC. $BTC liegt bei etwa $59.856, 24 Stunden: -1,42 %; $ETH liegt bei $1.553,51, 24 Stunden: -3,82 %. Das ist kein besonders komplexes Marktbild. $BTC rängt noch immer um $60.000 herum, $ETH ist deutlich schwächer. Lies die heutigen News: Merke dir erst dieses Kursverhältnis, dann lassen sich viele Dinge später besser erklären.
Erster Punkt: ETF-Abflüsse
Am 25. Juni: Nettoabflüsse von 691,7 Mio. $ bei US-Spot-$BTC-ETFs; am Tag zuvor waren es 469,0 Mio. $. Zusammen kommen die beiden Tage auf fast 1,16 Mrd. $ Nettoabfluss—für ein so fragiles Marktumfeld ist das schon schwer. Viele Male fürchtet der Markt keine schlechten Nachrichten—sondern dass bei einem Rebound niemand die Käufe übernimmt. Genau darum geht es jetzt: $BTC über $60.000 zu bringen ist nicht das Schwierige; schwierig ist, ob die Spot-Gelder nach dem Überschreiten wirklich weiter kaufen wollen.
$ETH ist noch direkter. Coinness berichtet: US-Spot-$ETH-ETFs hatten am 25. Juni Nettoabflüsse von $81,9 Mio., bereits der sechste Tag in Folge mit Abflüssen. Bei BlackRock ETHA gab es am Tag auch Abflüsse von $63 Mio. Deshalb fällt $ETH heute stärker als $BTC—nicht nur mit dem Satz „die Stimmung bei Ethereum ist schlecht“ abgetan. Die Geldflüsse ziehen es selbst schon nach unten.
Zweitens: Optionsverfall
CryptoDaily erwähnt: Am 26. Juni laufen bei $BTC Optionen im Umfang von über $10 Mrd. ab. Max Pain liegt bei $72K-$74K, aber negative Gamma-Effekte und ETF-Abflüsse könnten dazu führen, dass der Preis nicht mehr brav an dieser theoretischen Position „klebt“. Solche News werden am leichtesten falsch gelesen. Max Pain ist kein Magnet—vor allem, wenn Spot-Geld abfließt und die Dealer-Positionen sich auch nicht wohlfühlen. Entscheidend, was heute wirklich den Handel beeinflusst, ist nicht „wohin es theoretisch sollte“, sondern ob die Volatilität vor und rund um den Ablauf weiter verstärkt wird.
Drittens: Liquidationen
$BTC hat in den letzten 24 Stunden etwa $499,7 Mio. liquidiert, davon rund $381,0 Mio. Longs; $ETH hat etwa $302,0 Mio. liquidiert, davon rund $230,2 Mio. Longs. Auch BitcoinWorld berichtet: Die Liquidationen bei Krypto-Futures in 24 Stunden liegen bei über $774 Mio., hauptsächlich wurden Longs herausgeschossen.
Das hat zwei Ebenen. Kurzfristig erklärt es, warum der Markt plötzlich so mies aussieht. Wenn viele Long-Positionen liquidiert werden, kommt der Verkaufsdruck nicht langsam—er wird durch erzwungene Abschlüsse produziert. Doch nach Ende der Liquidationen kann der Markt auch einen Gegenimpuls machen, weil ein Teil der Positionen, die explodieren sollten, bereits explodiert ist. Die Frage ist nur: Geht dieser Rebound weit genug, oder geht es am Ende wieder auf das Erste zurück—gibt es wirklich Spot-Kaufnachfrage?
Auch die Stimmung ist gerade sehr niedrig. Fear & Greed Index liegt bei 12, also Extreme Fear. Extreme Angst führt manchmal zu einem Rebound—aber sie ist für sich genommen kein Kaufgrund. Niedrige Stimmung heißt nur: Der Markt hat schon ziemlich Angst. Damit der Preis wieder fest wird, braucht es, dass wirklich Geld zurückkommt.
Die Marktkapitalisierung von USDT ist nahe dran, sogar kurzzeitig höher als die von $ETH—auch das lohnt sich kurz anzusehen. Laut Coinness liegt die USDT-Marktkapitalisierung bei etwa $186 Mrd., über $ETHs $184,7 Mrd. Das lässt sich nicht einfach mit einem „Stablecoin besiegt Ethereum“ erklären. Es wirkt eher so, als sei die Risikobereitschaft gesunken: Das Geld ist noch da, aber man parkt es erst mal in Stablecoins. Sie können später zurückkommen—oder weiter abwarten. Jedenfalls heute gab es kein klar erkennbares Zurück in so ein High-Beta-Asset wie $ETH.
Natürlich gibt es heute auch nicht völlig keine positiven Nachrichten.
Sharplink kauft 5.000 ETH für etwa $7,85 Mio. und hält danach 876.285 ETH—das ist der erste Zukauf seit 8 Monaten. Das hilft der $ETH-Stimmung, aber die Größe reicht nicht aus, um den fortlaufenden ETF-Abfluss zu kompensieren. Auch Meldungen wie: Base B20 geht ins Mainnet, Starknet bringt USDC-Privacy-Funktionen, Monad führt Unlink ein—diese Infrastruktur-Updates sind allesamt nicht schlecht. Nur sind sie heute eher Hintergrund als das Hauptgericht. Der Markt muss gerade sehen, ob es beim Preisrutsch jemanden gibt, der nachkauft.
Daher kann man die heutige Einschätzung ziemlich eng halten.
$BTC erst einmal auf $60.000 schauen. Nur hineinpieksen zählt nicht—es muss dort bleiben. Wenn es gelingt, $61.800 erneut in der Nähe zurückzuholen, zeigt das, dass der Verkaufsdruck etwas nachlässt. Wenn es jedoch unter $58.189 fällt, dann nimm es nicht zu schnell als Ende des Wash-Tradings—die verbleibenden Stop-Losses und der Hebel werden die Schwankungen weiterhin verstärken.
$ETH ist noch einfacher: Schau zuerst auf $1.500. Solange die ETFs weiter in Folge abfließen, ist ein Rebound bei $ETH schwer „sauberer“ als bei $BTC. Es kann zurückprallen—aber um wieder richtig stark zu werden, muss man sehen, dass die Geldflüsse zuerst aufhören zu bluten.
Die wichtigste Nachricht für den heutigen Markt ist eigentlich nicht eine einzelne Schlagzeile. Es ist die gemeinsame Antwort, die entsteht, wenn man diese Schlagzeilen zusammenlegt: Kurzfristiges Geld zieht sich zurück, der Hebel wird abgebaut, und der Preis hat noch nicht die Kontrolle zurückerlangt.$SOL

