In den letzten 24 Stunden ist Bitcoin unter die runde Marke von 60.000 US-Dollar gefallen; der Rückgang innerhalb von 24 Stunden liegt bei über 3%, und der Kursrückgang im laufenden Monat beträgt 16%.
Die ursprünglich vom Markt angenommene 60.000-Dollar-Unterstützung hat sich zu einem entscheidenden Belastungstest für die Kaufnachfrage und deren Aufnahmekapazität entwickelt.$BTC
Schwäche auf der Nachfrageseite ist der Hauptgrund für diesen Rückgang und zeigt sich vor allem im Nordamerika-Markt.
In den vergangenen vier Wochen betrug die kumulierte Rendite von Bitcoin in der US-Handelsphase -15%. Ausgerechnet die US-Börsenphase, die ursprünglich die Hauptquelle institutioneller Kaufaufträge sein sollte, wurde stattdessen zur größten Quelle des Verkaufsdrucks. Das steht in deutlichem Widerspruch zu dem USA-freundlichen Umfeld für Krypto-Politik; politische Erleichterungen haben sich nicht in tatsächliche Kaufkraft umgewandelt.
Der Kapitalabfluss über regelkonforme ETF-Kanäle bekräftigt den Rückgang der Nachfrage weiter. In den vergangenen 30 Tagen betrug die Netto-Rücknahme der US-Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt 6,35 Milliarden US-Dollar – ein neuer Höchstwert im betrachteten Statistikzeitraum. Sowohl auf Tages- als auch auf 7-Tage-Basis sind die Kapitalflüsse negativ; die zentrale Nachfragequelle, die ursprünglich den Verkaufsdruck abfedern sollte, verliert weiter Blut.
Zudem bleibt der Coinbase-Premium-Index im negativen Bereich bei -0,13. Das zeigt, dass US-Investoren nicht bereit sind, zu höheren als dem Marktniveau zu kaufen; die Bereitschaft lokaler Käufer ist insgesamt eher schwach.
Der Angebotsdruck löste direkt den Bruch von 60.000 US-Dollar aus. Während der panikartigen Verkaufswelle wechselten etwa 7.600 BTC in große Handelsbörsen; das entspricht einem potenziellen Verkaufsdruck von rund 480 Millionen US-Dollar. Während sich handelbare Coins bei den Börsen ansammelten, schwächte sich jedoch die Gegenkraft ab. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verwandelte den üblichen Test der Unterstützung direkt in einen Bruchmarkt.
Die konzentrierte Abwicklung mit zusätzlichem Leverage hat den Abwärtstrend weiter verstärkt. Nachdem Bitcoin die Marke von 61.000 US-Dollar unterschritten hatte, haben bereits große Long-Positionen aktiv Gewinne realisiert. Als der Kurs dann die 60.000 US-Dollar nachhaltig durchbrach, lösten sich in der Nähe von 59.000 US-Dollar anhaltende Long-Clearings aus; dadurch beschleunigten passive Verkaufsaufträge das Abverkauftempo weiter.
Der Anteil der Long-Liquidationen ist derzeit weiterhin deutlich erhöht. Der Leverage-Käufer trägt den größten Teil der Verluste, aber es gilt zu beachten: Ein kurzfristiger Rebound könnte neue Longs anziehen und damit möglicherweise später in den nächsten Abwärtsbewegungen zur neuen Quelle von Verkaufsdruck werden.
Der nächste zentrale Risikopunkt im aktuellen Markt liegt bei 57.300 US-Dollar. Dort haben sich große Leveraged-Positionen angesammelt; bei einem Bruch nach unten würde dies stärkeres, zwangsweises Glattstellen auslösen und möglicherweise eine neue Runde beschleunigten Abwärtstrends starten.
Auch der Optionsmarkt bildet die Abwärts-Erwartung bereits im Voraus ab: Beim Ausübungspreis von 60.000 US-Dollar konzentrieren sich 1,1 Milliarden US-Dollar an Open Interest; im Bereich von 50.000 bis 55.000 US-Dollar beläuft sich die Gesamtverteilung auf 1,4 Milliarden US-Dollar an Kontraktpositionen. Die Aufmerksamkeit des Marktes hat sich damit von Rebound-Phasen weg hin zur Absicherung gegen einen tiefen Rücksetzer verlagert.
Für die weitere Entwicklung gilt: Derzeit kann man nicht davon ausgehen, dass sich ein durchgehender Abwärtstrend fortsetzt, aber der Rebound fällt bislang sehr schwach aus. Die Kräfte an Kauf- und Verkaufsseite sind vorerst in einem instabilen Gleichgewicht, und der Käufer hat noch keine aktive Bereitschaft gezeigt, die Abwärtsbewegung umzukehren.
Die zentralen Kernsignale dafür, dass sich der Markt stabilisiert, sind drei Punkte: Erstens verlangsamt sich die Zuflussgeschwindigkeit von BTC zu den Börsen, wodurch der Verkaufsdruck nicht mehr kontinuierlich zunimmt. Zweitens stoppt das ETF-Kapital den Abfluss und strömt nach und nach zurück; dadurch wird der institutionelle Bedarf erneut gestützt. Drittens lässt der Druck aus Long-Liquidationen nach, und das Leverage-Clearing geht langsam zu Ende.
Wenn die oben genannten Signale sich jedoch lange nicht zeigen, wird die Unterstützung bei 60.000 US-Dollar voraussichtlich als nicht tragfähig bestätigt, und der Markt dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Liquidationszone bei 57.300 US-Dollar antesten. Falls es hingegen bei stabilisierenden Zuflüssen dazu kommt, dass 60.000 US-Dollar wieder zurückerobert werden, ist der aktuelle Rückgang eher ein Wechsel von Kursangst-Chips (Panik-Umschichtung) als ein trendbestimmender Bruch.
Es ist wieder der entscheidende Moment, um sich „Guten Mittag“ zu wünschen. Die heutigen PCE-Daten könnten heute Abend wie ein „Strohhalm“ wirken – nur weiß man noch nicht, ob er das Kamel zu Fall bringt oder es rettet.
