Sonderbeauftragter des US-Präsidenten Steven Witkoff ist in die Schweiz geflogen, um an der ersten Verhandlungsrunde mit der Delegation des Irans über das Nuklearabkommen teilzunehmen, teilte am Samstagabend, dem 20. Juni, der US-Nachrichtendienst Axios unter Berufung auf eine Quelle in den USA mit. Nach seinen Angaben befindet sich bereits ein weiterer Vertreter des Weißen Hauses – der Schwiegersohn des Präsidenten des Landes, Donald Trump, Jared Kushner – in der Schweiz.

Wie Axios angibt, ist am 19. Juni der Ministerpräsident von Katar, Scheich Mohammed bin Abdel Rahman Al Thani, in die Schweiz eingereist – er ist einer der wichtigsten Vermittler zwischen den USA und dem Iran. Der Außenminister des Iran, Abbas Araghchi, plant, am 20. Juni in die Schweiz zu fliegen, doch die Pläne könnten sich ändern, so eine Quelle der Nachrichtenagentur.

Ein weiterer Gesprächspartner von Axios erklärte, Araghchi habe am 19. Juni seinen Kollegen aus den an den Verhandlungen mit den USA vermittelnden Ländern die „kritische Bedeutung“ eines Waffenstillstands im Libanon für den Iran mitgeteilt. Demnach möchten die Iraner vor Beginn der Gespräche in der Region einen stabilen Waffenstillstand sehen. Daher ist bislang unklar, ob ein Treffen der Delegationen beider Länder bereits angesetzt ist.

Zuvor wurden die Gespräche zwischen den USA und dem Iran vom 19. Juni auf einen späteren Zeitpunkt verschoben

Die Gespräche zwischen Vertretern Washingtons und Teherans sollten am 19. Juni stattfinden. Dabei war die Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding zwischen den beiden Ländern geplant. Einer seiner zentralen Punkte ist die Einstellung der Kampfhandlungen entlang der gesamten Frontlinie, einschließlich des Libanon. Das Dokument sieht außerdem vor, dass ab dem Tag seiner Unterzeichnung eine 60-tägige Verhandlungsphase zwischen den USA und dem Iran beginnt, in deren Verlauf sie die endgültige Fassung eines Friedensabkommens festlegen sollen

Am Ende wurde das Dokument jedoch schließlich am 17. Juni aus der Ferne unterzeichnet, und das Treffen in der Schweiz wurde „verschoben“. Wie Axios angibt, ist der Grund für das Scheitern der Gespräche die Fortsetzung der Kampfhandlungen im Süden des Libanon zwischen Israel und der vom Iran unterstützten libanesischen radikalschiitischen Bewegung „Hisbollah“. Am 19. Juni berichteten Medien, dass sich die Parteien auf einen Waffenstillstand einigen konnten.

Trump kritisierte den Iran für die Verschiebung der Verhandlungen

Bis in die späte Nacht des 18. Juni hatte die Schweizer Seite damit gerechnet, dass die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfinden würden, und wollte Vertreter nicht nur dieser beiden Staaten, sondern auch der Vermittlerländer – Katar und Pakistan – empfangen. Damals jedoch lehnte der US-Vizepräsident Vance die Teilnahme an dem Treffen ab. Ob er in den kommenden Wochenenden in die Schweiz fliegt, ist bislang nicht bekannt.

Am 19. Juni hat US-Präsident Donald Trump den Iran faktisch dafür verantwortlich gemacht, dass die Verhandlungen verschoben wurden. „Nicht wir sind aus Verzweiflung auf ein Treffen zugegangen, sondern der Iran. Das war’s für die! Wir werden bestimmen, wie diese 60 Tage (Verhandlungen – Red.) ablaufen. Sie werden kein Geld bekommen, nicht einmal zehn Cent“, schrieb er in einem Social-Media-Post bei Truth Social. Vermutlich geht es um einen Punkt des Memorandums, der Medienberichten zufolge vorsieht, dem Iran 300 Milliarden Dollar zur Wiederherstellung des Landes aus einem privaten Investmentfonds bereitzustellen sowie 24 Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte freizugeben.

#WorldPoliticsNews