Ein Gericht in Oslo hat am Montag, den 16. Juni, den 29-jährigen Marius Borg Høyby, den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, zu vier Jahren Haft verurteilt. Høyby wurde in zwei von vier angeklagten Fällen von Vergewaltigung für schuldig befunden. Neben den Vergewaltigungen umfasste das Urteil Episoden wiederholter Gewalt gegen eine seiner ehemaligen Freundinnen, Drohungen sowie Drogen- und Verkehrsdelikte.

Aufgrund unklarer Gesundheitsprobleme war Høyby nicht persönlich bei der Urteilsverkündung anwesend - er war per Videokonferenz aus dem Gefängnis zugeschaltet. Das Urteil war ein Schlag für den 29-jährigen Mann und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Bei Mette-Marit wurde 2018 eine seltene Form einer unheilbaren Krankheit diagnostiziert - Lungenfibrose, und jetzt wartet sie auf eine Spenderlunge.

Der Gesundheitszustand der 52-jährigen Kronprinzessin hat sich in letzter Zeit deutlich verschlechtert. Høybys Anwalt konnte dennoch nicht die Freilassung seines Mandanten vor der Urteilsverkündung erreichen.

Anklagen gegen den Sohn der Kronprinzessin wegen 40 Punkten

Der Prozess gegen Høyby fand vom 3. Februar bis 19. März wegen 40 Anklagepunkten statt, darunter die Vergewaltigung von vier Frauen zwischen 2018 und 2024, die zum Zeitpunkt der Taten schliefen oder bewusstlos waren. Vor den Straftaten konsumierte Høyby Alkohol und Drogen. Jeder der Episoden ging freiwilligen sexuellen Kontakten voraus.

Darüber hinaus wurde dem 29-jährigen Angeklagten körperliche und psychische Gewalt gegen mehrere Ex-Freundinnen vorgeworfen. Eine der Vergewaltigungen, für die Høyby verurteilt wurde, soll laut Gericht 2018 in Skaugum - der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaares - stattgefunden haben.

Die Anklage forderte für Høyby sieben Jahre und sieben Monate Haft. Sein Verteidiger bestand auf Freispruch in den schwerwiegendsten Punkten und schlug vor, auf anderthalb Jahre Freiheitsstrafe für weniger schwere Vergehen zu beschränken. Im Verlauf des Prozesses gab Høyby zu, 3,5 kg Marihuana transportiert sowie körperliche Gewalt und Drohungen ausgeübt zu haben.

Høyby im Gericht: "Nur als Sohn meiner Mutter bekannt"

Høyby ist der Sohn von Mette-Marit aus einer früheren Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001. Zu diesem Zeitpunkt war der Junge bereits drei Jahre alt. Formell ist Høyby kein Mitglied der königlichen Familie.

"Ich bin hauptsächlich als Sohn meiner Mutter bekannt und sonst nicht, - sagte Høyby am zweiten Prozesstag. - Deshalb hatte ich ein extrem starkes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben. Und das äußerte sich in einer Menge Sex, Drogen und Alkohol."

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