Präsident Donald Trump hat den japanischen Premierminister Sanae Takaichi privat aufgefordert, Spannungen mit China zu vermeiden, so zwei japanische Regierungsbeamte, die mit der Angelegenheit vertraut sind.
Die Anfrage kam, nachdem Takaichi einen der größten diplomatischen Konflikte zwischen Tokio und Peking seit Jahren ausgelöst hatte. Anfang dieses Monats sagte sie im Parlament, dass Japan mit militärischen Aktionen reagieren könnte, wenn China einen hypothetischen Angriff auf Taiwan starten würde. Peking reagierte scharf und forderte, dass sie den Kommentar zurücknimmt – was sie nicht getan hat.
Während eines Anrufs mit Takaichi am Dienstag soll Trump sie gebeten haben, zu verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitzt. Einer der Beamten sagte, Trump stellte keine Forderungen; vielmehr versuchte er, die Situation zu verhindern, während er einen fragilen Handelsstillstand mit China aufrechterhält.
The Wall Street Journal erwähnte zuerst Trumps Anfrage, und Reuters-Quellen bestätigten dies später.
Das Gespräch von Trump mit Takaichi fand direkt nach einem separaten Anruf mit dem chinesischen Präsidenten Xi statt. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua betonte Xi, dass Taiwans „Rückkehr nach China“ zentral für Pekings langfristige Vision bleibt. Taiwan, das eine eigene Regierung hat und Chinas Souveränitätsanspruch zurückweist, hat wiederholt gesagt, dass eine Wiedervereinigung für seine 23 Millionen Menschen einfach keine Option ist.
China hat auch Washington aufgefordert, Japan im Zaum zu halten, und Tokio beschuldigt, das Risiko einer „Wiederbelebung des Militarismus“ einzugehen. In einem Leitartikel, veröffentlicht von der Parteizeitung der Kommunistischen Partei, argumentierte China, dass die USA und China eine Verantwortung dafür tragen, die nach dem Krieg etablierte internationale Ordnung zu bewahren – und erinnerte die Leser daran, dass beide Länder einst im Zweiten Weltkrieg gegen Japan gekämpft haben.
Das Weiße Haus erklärte in einer Erklärung, die Trump zugeschrieben wird, nur, dass die Beziehung Amerikas zu China „sehr gut“ sei und dass dies letztendlich Japan, einem engen Verbündeten der USA, zugutekomme.
Das Büro des Premierministers von Japan lehnte es ab, weiter zu kommentieren, und verwies stattdessen auf seine kurze offizielle Stellungnahme, die lediglich feststellte, dass die beiden Führer über die Beziehungen zwischen den USA und China gesprochen haben.


