Russlands Goldreserven erreichen niedrigsten Stand seit 2022 angesichts wachsender Defizite

Die Zentralbank von Russland (CBR) verzeichnete den stärksten Rückgang ihrer staatlichen Goldreserven seit fast 25 Jahren. Am 1. Mai 2026 fielen Russlands Goldbestände im April allein um 200.000 Unzen, was den kumulierten Verlust seit Jahresbeginn auf 900.000 Unzen (27,9 Tonnen) bringt. Dies reduziert die physischen Reserven auf den niedrigsten Stand seit März 2022.

Analysten deuten darauf hin, dass die CBR Gold liquidiert, um ein massives Budgetdefizit von 4,6 Billionen Rubel, das durch den Krieg in der Ukraine und internationale Sanktionen verursacht wurde, zu decken. Teile des Edelmetalls werden auch gegen chinesische Yuan eingetauscht, um die Devisenreserven wieder aufzubauen.

Ein historischer Wandel: Über zwei Jahrzehnte hinweg trat Russland fast ausschließlich als aggressiver Goldkäufer auf. Die Liquidationen von 2026 markieren den bedeutendsten strukturellen Verkauf des Landes seit 2002.

Steigende inländische Nachfrage: Das Handelsvolumen mit lokalem Gold stieg im Jahresvergleich um 350%, da die Bürger hastig physisches Gold kaufen, um sich gegen den fallenden Rubel abzusichern.

Der China-Pivot: Als der zweitgrößte Produzent der Welt hat Russland seine Edelmetallexporte nach Peking fast verdoppelt und profitiert von einem Anstieg der globalen Spotpreise um 43% im letzten Jahr.

Defizitabsicherung: Während die Rekordpreise für Gold (die in diesem Jahr über 5.600 $/Unze gipfelten) den Papierwert von Russlands verbleibenden Reserven aufgebläht haben, zeigt die rasche physische Depletion tiefgreifende wirtschaftliche Belastungen.

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