Die Spannungen rund um die größte Krypto-Börse der Welt steigen wieder. Binance-CEO Richard Teng hat entschieden gegen einen neuen Bericht der Wall Street Journal Stellung bezogen und ihn als ungenau und irreführend bezeichnet.

Laut Teng enthält der Artikel schwerwiegende Fehler – insbesondere in Bezug auf die Einhaltung von Sanktionen und die internen Kontrollen der Börse. Er betonte, dass Binance keine Transaktionen mit sanktionierten Entitäten erlaubt und dass die genannten Transaktionen stattfanden, bevor die Personen offiziell sanktioniert wurden.

Umstrittene Transaktionen und angebliche Iran-Verbindungen

Der Bericht des WSJ behauptet, dass Netzwerke, die mit dem Iran verbunden sind, Binance-Konten genutzt haben, um große Geldsummen zu transferieren. Es werden speziell Figuren wie Babak Zanjani und die Krypto-Firma Zedcex erwähnt.

Binance bestreitet jedoch diese Vorwürfe und argumentiert, dass der Bericht historische Daten falsch interpretiert und den richtigen Kontext vermissen lässt.

„Wir haben das überprüft, bevor uns das WSJ überhaupt kontaktiert hat“

Teng erklärte, dass Binance die Angelegenheit bereits untersucht hatte, bevor das Medium auf sie zukam. Das Unternehmen soll detaillierte Erklärungen geliefert haben, die jedoch nicht im endgültigen Artikel enthalten waren.

Er hat auch die "Null-Toleranz"-Politik von Binance gegenüber illegalen Aktivitäten bekräftigt und die fortlaufende Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden weltweit hervorgehoben. Transparenz und regulatorisches Engagement, sagte er, bleiben zentral für die Strategie des Unternehmens.

Ein Schatten aus der Vergangenheit: die 4,3 Milliarden Dollar Einigung

Das Thema ist besonders sensibel aufgrund der Vergangenheit von Binance. Im Jahr 2023 erzielte das Unternehmen eine Einigung mit US-Behörden wegen Verstöße gegen Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Sanktionen.

Im Rahmen der Vereinbarung zahlte Binance über 4,3 Milliarden Dollar und akzeptierte die Ernennung eines unabhängigen Compliance-Monitors.

US-Beamte haben zuvor erklärt, dass zwischen 2018 und 2022 Schwächen im System von Binance Transaktionen zwischen US-Nutzern und Personen in sanktionierten Jurisdiktionen, einschließlich Iran, ermöglichten.

Binance: Wir haben unser System neu aufgebaut

Seitdem behauptet Binance, dass es eine umfassende Transformation durchlaufen hat. Die Börse sagt, sie habe ihr Compliance-Rahmenwerk gestärkt, ihre Überwachungssysteme erweitert und ihre regulatorische Belegschaft erheblich vergrößert.

Laut den berichteten Zahlen:

  • Der Anteil der sanktionsbezogenen Exposition ist um 96,8 % gesunken

  • Der Anteil verdächtiger Transaktionen fiel von 0,284 % auf 0,009 %

  • Über 1.500 Mitarbeiter arbeiten jetzt in den Bereichen Compliance, Risiko und Ermittlungen

  • Im Jahr 2025 verarbeitete Binance mehr als 71.000 Anfragen von Strafverfolgungsbehörden

Das Unternehmen gibt auch an, dass es Behörden aktiv bei der Rückgewinnung von Mitteln hilft, die mit illegalen Aktivitäten verbunden sind.

Der Kampf um das Vertrauen geht weiter

Dieser neueste Streit zeigt, dass der Ruf von Binance weiterhin unter Beobachtung steht. Jeder neue Bericht hat das Potenzial, sowohl das Vertrauen der Investoren als auch die regulatorische Wahrnehmung zu beeinflussen.

Auf der einen Seite stehen Verbesserungen, Daten und Reformanstrengungen. Auf der anderen Seite bestehen anhaltende Bedenken und der Druck der Medien.

Eines ist klar – der Kampf um das Vertrauen in der Krypto-Industrie ist bei weitem noch nicht vorbei.

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