Wash will eine ganz neue Liquiditätsstrategie einläuten – der Kern besteht aus vier Worten: "Bilanzverkürzung + Zinssenkung". Auf der einen Seite bremst er, auf der anderen Seite gibt er Gas. Ist das nicht ein bisschen widersprüchlich?
Aber aus Washs Perspektive ist das überhaupt nicht widersprüchlich. Er will die "falsche Blüte" des Leveraging durch das Spekulieren abschneiden und das Geld in die harte, reale Wirtschaft stecken. Er hat auch klargemacht: "Die Fed wird niemals die Allzweckbehörde der US-Regierung sein."
Eine Studie der Fed schätzt, dass das Geld, das er möglicherweise abzieht, dem gesamten Jahres-GDP Frankreichs entspricht. Mit diesem Move platzt die Blase vom Daytrading und Leverage direkt.
Kurzfristig betrachtet könnte es drei große Auswirkungen geben:
1. Der Aktienmarkt ist nicht mehr "Hoch und Tief", sondern hat sich in "Zwei-Klassen-Gesellschaft" gespalten; Unternehmen, die nur Geschichten erzählen, werden eliminiert;
2. Kurzfristig wird es auf dem Finanzmarkt sicherlich eine heftige "Entwöhnungsreaktion" geben, eine massive Liquidation;
3. Rohstoffe wie Kriegsmetalle werden einen langen Bullenmarkt erleben;
Wenn du denkst, dass Waller's "Gegenseitige Kämpfe" leicht erfolgreich sein können, unterschätzt du wahrscheinlich die komplexe Situation, mit der die USA konfrontiert sind. Man muss wissen, dass die USA derzeit 38 Billionen Dollar Staatsverschuldung schultern, und die Regierung jedes Jahr fast 2 Billionen Dollar neue Haushaltsdefizite hinzuzufügen hat. Woher kommt das Geld? Durch Anleihen. Aber die Investoren, Banken, Fonds und ausländischen Zentralbanken, die Anleihen kaufen, sind keine bedingungslosen "Abnehmer". Wenn die Renditen nicht hoch genug sind, warum sollten sie kaufen?
Wenn die Fed tatsächlich die Bilanz drastisch reduziert und Anleihen kauft, wird der Markt höhere Renditen verlangen, was die Kosten für die Kreditaufnahme der US-Regierung erhöht, den fiskalischen Druck erhöht und in Zukunft mehr Schulden ausgegeben werden müssen. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass die Fed wieder eingreifen muss, um den Markt zu stabilisieren.
Merkst du das? Das ist das Paradoxon der Bilanzverkleinerung – je mehr die Fed versucht, den Markt zu verlassen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Markt auf Durstprobleme stößt, und am Ende muss die Fed zurückkommen, um den Markt zu retten.
Vor der Finanzkrise 2008 hatte die Fed ein Gesamtvermögen von etwa 0,9 Billionen Dollar, das nach der Krise auf 4,5 Billionen Dollar anstieg. Nach der Maskenpflicht 2020 näherte es sich 9 Billionen Dollar, und jetzt liegt es immer noch bei etwa 6,6 Billionen Dollar. Die Fed hat zwar schon einmal die Bilanz verkleinert, aber nach jeder Bilanzverkleinerung ist der nächste Erweiterungsstand immer höher.
Waller hat das Problem erkannt, bedeutet aber nicht, dass er es lösen kann. Denn die großen Bücher der US-Wirtschaft basieren längst auf kontinuierlicher Schuldenexpansion und der Unterstützung durch die Zentralbankliquidität. Das kann nicht durch den Wechsel des Fed-Vorsitzenden geändert werden.
Wenn man den Zeitrahmen verlängert, sieht die Schrumpfung der Bilanz eher wie eine phasenweise Korrektur aus, während die Erweiterung der Bilanz die langfristige Richtung ist. Das ist das Schicksal der Fed. Es beeinflusst nicht nur das Schicksal Amerikas, sondern hat auch Auswirkungen auf die globalen Vermögenspreise und das Vermögen unzähliger gewöhnlicher Menschen.


