Im Iran ertönten bei Veranstaltungen zum Gedenken an die während der massiven Proteste Gefallenen erneut anti-regierungsnahe Slogans. Bei der offiziellen Zeremonie in Teheran wurde "Folgen" für die sympathisierenden "Anstifter" der Aktionen angedroht.

Straßenproteste im Iran, Januar 2026

Im Iran wurde am Dienstag, dem 17. Februar, der Gefallenen während der brutal unterdrückten anti-regierungsnahen Proteste gedacht. In mehreren Städten fanden Gedenkveranstaltungen statt, und es kam zu neuen Zusammenstößen mit den iranischen Sicherheitskräften, berichtet die Agentur AFP.

In Abadan hielt die Menge Blumen und Fotos der Getöteten in den Händen und rief Slogans wie "Tod dem Khamenei" und "Es lebe der Schah!", wie aus Bildern in sozialen Netzwerken hervorgeht. In einem anderen Video aus Abadan ist zu sehen, wie Menschen in Panik angesichts von Schüssen weglaufen, berichtet AFP. In Mashhad skandierte die Menge den Slogan: "Ein Mensch wurde getötet - Tausende stehen hinter ihm".

Die iranischen Behörden hielten eine offizielle Zeremonie zum Gedenken an die Opfer des Protests in der Imam-Chomeini-Moschee in Teheran ab. Die Teilnehmer schwenkten iranische Fahnen, hielten Porträts der Getöteten und skandierten Slogans wie "Tod Amerika" und "Tod Israel".

Bei der Veranstaltung traten hochrangige Beamte auf, darunter der Vizepräsident Mohammad Reza Aref und der Kommandant des Korps der Wächter der Islamischen Revolution (KSI) Esmail Qaani. "Diejenigen, die die Anstifter der Unruhen und Terroristen unterstützt haben, sind Verbrecher und werden die Konsequenzen tragen", zitiert Qaani die iranische Agentur Tasnim.

Die ersten Protestaktionen im Iran, die im Dezember 2025 begannen, wurden durch wirtschaftliche Gründe ausgelöst. Doch bald nahmen die Proteste einen politischen Charakter an und breiteten sich im ganzen Land aus. Die Behörden versuchten, sie gewaltsam zu unterdrücken. Augenzeugen und Menschenrechtsorganisationen berichteten, dass die iranischen Sicherheitskräfte im ganzen Land auf Demonstranten schossen. Auf Anordnung der Behörden wurden Internet und Mobilfunkverbindungen blockiert.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am 23. Januar, dass die Gesamtzahl der während der Proteste Getöteten 3117 Personen betrug. Darunter waren 2427 Zivilisten und Mitarbeiter der Sicherheitsdienste. Die restlichen Opfer nannte der Minister "Terroristen".

Unabhängige Menschenrechtsorganisationen geben andere Schätzungen an. Die in den USA ansässige Agentur Human Rights Activists News Agency (HRANA) berichtet, dass mehr als 7000 Menschen ums Leben kamen, die meisten von ihnen Demonstranten.

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