Die US-amerikanische National Credit Union Administration (NCUA) hat ihre ersten vorgeschlagenen Regeln unter dem Gesetz zur Anleitung und Etablierung nationaler Innovationen für US-Stablecoins (GENIUS) veröffentlicht, das einen bundesstaatlichen Lizenzierungsweg für Zahlungs-Stablecoin-Emittenten skizziert, die mit bundesstaatlich versicherten Kreditgenossenschaften verbunden sind.

Wichtige Erkenntnisse

  • NCUA schlägt eine neue Lizenz für genehmigte Zahlungs-Stablecoin-Emittenten (PPSI) für Tochtergesellschaften von bundesstaatlich versicherten Kreditgenossenschaften vor.

  • Kreditgenossenschaften wären untersagt, Stablecoins direkt auszugeben oder mit nicht lizenzierten Emittenten zu interagieren.

  • Der Rahmen führt einen föderalen Aufsichtspfad ein, der mit dem Zeitplan zur Umsetzung des GENIUS-Gesetzes übereinstimmt.

Der Schritt markiert einen strukturellen Fortschritt im regulatorischen Rollout nach dem GENIUS-Gesetz und signalisiert, wie die US-Behörden beabsichtigen, die Emission von Stablecoins in das föderal überwachte Finanzsystem zu integrieren, ohne den versicherten Kreditgenossenschaften eine direkte Bilanzaussetzung zu erlauben.

Lizenzierungsstruktur für Aktivitäten im Zusammenhang mit Stablecoins, die mit Kreditgenossenschaften verbunden sind

Nach dem Vorschlag müssten Tochtergesellschaften von föderal versicherten Kreditgenossenschaften (FICUs) die Bezeichnung als NCUA Genehmigter Zahlungs-Stablecoin-Emittent (PPSI) erhalten, bevor sie Zahlungs-Stablecoins ausgeben. Eine direkte Emission durch die Kreditgenossenschaften selbst wäre nicht gestattet. Stattdessen müsste die Emissionsaktivität über separat überwachte Einheiten, wie Kreditgenossenschafts-Serviceorganisationen oder vergleichbare Tochtergesellschaften, erfolgen.

Der Vorschlag beschränkt auch Kapitalbeziehungen: Föderal versicherte Kreditgenossenschaften wären davon ausgeschlossen, in einen Zahlungs-Stablecoin-Emittenten zu investieren oder Kredite an diesen zu gewähren, der nicht über die erforderliche PPSI-Lizenz verfügt. Dies schafft effektiv einen geschlossenen Aufsichtsrahmen, in dem nur von der NCUA genehmigte Einheiten mit versicherten Institutionen in Stablecoin-bezogenen Aktivitäten interagieren können.

Anwendungsstandards und Aufsichtstermine

Tochtergesellschaften, die den Status eines PPSI anstreben, müssten finanzielle Solidität, angemessene Governance-Strukturen und tragfähige Geschäftsmodelle nachweisen. Die Behörde gibt an, dass Anträge innerhalb von 120 Tagen bearbeitet werden müssen, wobei eine automatische Genehmigung ausgelöst wird, wenn innerhalb dieses Zeitraums keine Entscheidung getroffen wird.

Der Entwurf des Rahmens betont technologische Neutralität. Anträge können nicht allein deshalb abgelehnt werden, weil ein Stablecoin auf einem offenen, öffentlichen oder dezentralen Blockchain-Netzwerk bereitgestellt wird, was einen Versuch widerspiegelt, die Netzwerkarchitektur von der Aufsichtsberechtigung zu trennen.

Eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist beginnt nach der Veröffentlichung im Federal Register, wobei die Kommentare voraussichtlich Mitte April 2026 enden. Das GENIUS-Gesetz verlangt eine vollständige regulatorische Umsetzung bis zum 18. Juli 2026, was diesen Vorschlag in einen definierten legislativen Zeitrahmen einordnet.

Bilanztrennung und Risikobegrenzung

Die Struktur verstärkt ein politisches Ziel, das Risiko der Emission von Stablecoins von den versicherten Bilanzen von Kreditgenossenschaften zu isolieren. Durch die Anforderung, dass Aktivitäten über lizensierte Tochtergesellschaften erfolgen müssen, bewahrt die NCUA eine Firewall zwischen föderal unterstützten Einlagen und den Emissionsoperationen digitaler Vermögenswerte.

Föderal versicherte Kreditgenossenschaften bedienen insgesamt etwa 144 Millionen Mitglieder und verwalten etwa 2,38 Billionen Dollar an Vermögenswerten, basierend auf den Zahlen von Mitte 2025. Mehr als 4.000 Institutionen fallen unter die Aufsicht der NCUA. Die Einbeziehung von Stablecoin-verbundenen Tochtergesellschaften in ein Lizenzierungsregime stellt daher eine messbare Erweiterung der bundesstaatlichen Aufsicht in einen Sektor dar, der sowohl den Einzelhandel als auch die Infrastruktur digitaler Vermögenswerte überschneidet.

Nächste Phase der Umsetzung des GENIUS-Gesetzes

Die NCUA hat angedeutet, dass dieser Vorschlag die erste Phase der Regelsetzung darstellt. Ein bevorstehendes regulatorisches Paket wird voraussichtlich zusätzliche Standards des GENIUS-Gesetzes ansprechen, einschließlich der Anforderungen an eine 1:1-Reserveunterlegung mit US-Währung oder hochliquiden Vermögenswerten, Kapital- und Liquiditätsanforderungen, Kontrollen zur Bekämpfung illegaler Finanzierungen, Risikomanagement für Informationstechnologie, Rücknahmeverfahren und monatliche Offenlegungspflichten für Reserven.

Während Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte weiterhin Referenzpunkte für die breitere Risikobereitschaft des Marktes bleiben, fungieren Stablecoins zunehmend als Abwicklungsinfrastruktur innerhalb des Krypto-Ökosystems. Der vorgeschlagene Rahmen deutet darauf hin, dass US-Politiker sich in Richtung einer Formalisierung der Emissionsstandards für Institutionen bewegen, die mit dem traditionellen Finanzsystem verbunden sind, anstatt die Teilnahme losen Strukturen zu überlassen.

Die Regelsetzung signalisiert einen Wandel hin zur föderal überwachten Teilnahme an Stablecoin-Märkten durch kreditgenossenschaftsverbundene Einrichtungen, während strukturelle Schutzmaßnahmen rund um versicherte Institutionen beibehalten werden. Während die Umsetzung auf die gesetzliche Frist des GENIUS-Gesetzes hin fortschreitet, werden Lizenzstandards und Aufsichtsmechanismen wahrscheinlich beeinflussen, wie traditionelle Finanzgenossenschaften mit digitalen Zahlungstoken interagieren.

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