Umfeldanalyse: totale Dollarisation, Öl und institutionelle Rekonstruktion in Venezuela
Entscheidend ist nicht, ob der Bolívar formal weiter existieren kann, sondern ob er noch reale monetäre Funktionen erfüllt. In der Praxis hat er einen Großteil seiner Fähigkeit als Rechnungseinheit, relevantes Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel verloren, während der Dollar die Preisbildung, das Sparen und einen wesentlichen Teil der Referenztransaktionen dominiert.
Die totale Dollarisation Venezuelas ist technisch möglich, jedoch nicht als isolierte Abkürzung; sie erfordert einen politischen Übergang mit wahlrechtlicher Legitimität, ein Stabilitätsprogramm mit multilateraler Unterstützung, eine Neudefinition der monetären Institutionen und einen disziplinierten Einsatz der Öleinnahmen.
Diese Analyse wird ceteris paribus formuliert, das heißt, ohne eine zukünftige umfassende Privatisierung des Ölgeschäfts oder die Auflösung von PDVSA als Grundannahme einzubeziehen; diese Hypothesen können den langfristigen Horizont beeinflussen, sind jedoch nicht notwendig, um die anfängliche Machbarkeit einer geordneten Dollarisation zu bewerten.
Entscheidend ist nicht, ob der Bolívar formal weiter existieren kann, sondern ob er noch reale monetäre Funktionen erfüllt. In der Praxis hat er einen Großteil seiner Fähigkeit als Rechnungseinheit, relevantes Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel verloren, während der Dollar die Preisbildung, das Sparen und einen wesentlichen Teil der Referenztransaktionen dominiert.
Das BIP Venezuelas in aktuellen Dollar liegt bei etwa 120 Milliarden Dollar, laut jüngsten Schätzungen auf Basis der Weltbank (die "wahren" Zahlen liegen irgendwo zwischen 90 und 110 Milliarden Dollar), immer noch weit entfernt von seinem historischen Niveau vor dem Zusammenbruch.
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